Die Pulvertürme von St. Veit an der Glan

Juli 6, 2012 um 09:32 | Veröffentlicht in St.Veit | Hinterlasse einen Kommentar
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Seit urdenklichen Zeiten gehörte zur Stadt ein ärarischer, sprich staatseigener Pulverturm, in welchem nicht Schießpulver allein, sondern auch Sprengpulver sicher verwahrt werden konnte. Das eine für Kriegs- und Jagdereignisse, das andere im Bergbau verwendbar. Ja, es würde nicht wundern, wäre diese Notwendigkeit für unseren Raum nicht erst mit Erbauung des Zeughauses (Burg) im Jahre 1524 – spätestens – gegeben gewesen. Auch einen kk. Pulverinspektor in der Person des Anton Kikinger, Kapitänleutnant i.R., beherbergte die Stadt. Sein Haus hatte er am Hauptplatz Nr. 21, das ist heute das Sternat-Haus. Aber wo lagen die Pulvertürme selbst?

Unsere Stadtregierung hat nicht ganz ohne Grund die Verbindung von der Villacher Straße aufwärts Salpeter-Straße benannt. Also fragen wir dort einmal nach und siehe da, niemand kann dort noch nähere Auskünfte geben. Es existierten zwar alte Situationspläne, die einen Pulverturm, ein Gradierhäusl, ein Salpeter- und Schwefelmagazin, ja sogar ein Wachthaus nennen. Was steht davon eventuell noch und wo? Vage Hinweise helfen da wenig, eher eine Nachschau im alten Grundbuch mit den dort vorkommenden Bauflächen-Nummern.

1) Der Pulverturm stand auf Baufläche 316, genauer gesagt in der Felsnische, in welche heute eine Garage hinein reicht. Er übersiedelte 1902 auf seinen derzeitigen Standort am Muraunberg. Weil die Stadtgemeinde damals für einen neuen Bauplatz sorgen musste, tauschte sie die alten Pulverturm-Realitäten dafür ein. So kam es 1924 zwischen Gemeinde und Josef Zemroser, Wagenaufseher der Bundesbahn, zu einem Kaufvertrag. Zemroser zahlte drei Inflations-Millionen, hatte sich aber schon in § 1 ausdrücklich zu verpflichten, dort ein Wohnhaus zu bauen. Nach einem jahrzehntelangen Kampf der Gemeinde, die ständige Explosionsgefahr für die Stadt und das Hindernis für jegliche bauliche Ausdehnung in diese Richtung los zu werden – nachzulesen in den Lebenserinnerungen der hochverdienten Bürgermeisters Dr. Johann Spöck – wollte man verständlicherweise ganz und gar sicher sein, dass es dort mit Pulverlagerungen ein für allemal vorbei sei. Als Zemroser schon ein Jahr später an Maria Zaloker, verehelichte Weber, weiterverkaufte, wohnte er dort wohl schon, der Neubau aber erst zum Teil fertig. Der Kaufpreis betrug zweitausend neue Schilling. Von 1937 bis 1949 war das Anwesen auf Mathias Thaler, gestorben 1940, und auf die minderjährige Ottilie Thaler angeschrieben. Heute besitzt das Haus Salpeter-Straße 8 und besagte Garage Frau Emilie Gratzer.

2) Das Salpeter- und Schwefelmagazin, Baufläche 321 wurde zum Gemeinde-Wohnhaus Salpeter-Straße 2 mit dem schönen Vitus-Wappen an der Front.

3) Das Wachthaus, Baufläche 322 hat man zunächst auch für Wohnzwecke umgebaut, in den 60ern jedoch zur Gänze demoliert.

Altes Wachhaus

4) Das Abwaaghaus erschein unter Baufläche 315/1

5) Das sogenannte Gradierhäusl hatte die Baufläche 315/2. Die zwei letzteren Gebäude hatten bei der Pulvermanipulation sehr wichtige Funktionen. Einerseits wurden die ein- und ausgehenden Quantitäten gewogen, anderseits im Gradierhäusl die schwach- und hochgradigen Pulversorten festgelegt. Das kleine Gradierhäusl steht noch in alter Größe und Form links an der bald im Grünen auslaufenden Salpeter-Straße. Die Gebäude 3 und 4 bilden heute eine Besitzeinheit unter der Adresse Salpeterstraße 13 des Johann Krassnitzer.

Damit wäre die Örtlichkeit eines lange währenden, im wahrsten Sinne des Wortes hochprisanten Tuns am Rande der Stadt abgesteckt. Für den Pulverturm, genauer gesagt für den Turm III wird 1778 als Baujahr angegeben. Ein Pulverturm II ging nämlich ums Jahr 1760 mit Getöse in die Luft. Er stand weiter von der Stadt entfernt, am Wege zum vlg Pueller Hof. Obwohl angeblich nur ein bescheidener Vorrat gegeben gewesen sein soll, hat diese Detunation größte Schäden verursacht. Man munkelte damals, der Pulverinspektor hätte zwecks Verschleierung von Mengen- und Kassendifferenzen den Turm höchst persönlich hoch gehen lassen.

Von den Bauten 2 und 3 weiß man das Baujahr ebenfalls, es war 1818. Es steht vermutlich im Zusammenhang mit dem Bau der Salniter-Plantage in Glandorf. (Salniter ist das alte Wort für Salpeter). Hat man in der langen Zeit davor, das für die Pulverherstellung nötige Salpeter noch durch Salpeter-Graber, die sogenannten Saliterer in Viehställen und Latrinen alter Häuser mühsam zusammen gekratzt, so geschah nach den Napoleonischen Kriegen die Salpetergewinnung auf industrielle Weise. Das ist allerdings eine andere Geschichte.

Lange Zeit galten u.a. die Pulvermühlen von Hörzendorf als Zulieferer.

In der Chronik von Ludwig Koller – er lebte ca. von 1810 bis 1890 – ist festgehalten, es  „zersprang“ 1616 im Mühlbachgraben aus unbekannter Ursache das dortige Pulvermagazin und ruinierte sehr viele Häuser. Wir setzen dieses Magazin gleich Pulverturm I.

Walter Wohlfahrt in Sankt Veit Kommunal VI/2001 teilweise  neu 2012

Vom Bader zum Ärztehaus

Juli 1, 2012 um 15:56 | Veröffentlicht in St.Veit | Hinterlasse einen Kommentar
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Es ist keine zweihundert Jahre her, da lag die medizinische Versorgung unserer Stadt noch weitgehendst in den Händen von Badern und Wundärzten. Wissenschaftlich ausgebildete Ärzte waren noch äußerst selten. Wundärzte, sie wurden auch „Chirurgen“ genannt, waren zugleich Inhaber eines entsprechenden Gewerbes. Solche Gewerbe konnten entweder fix mit einem Hausbesitz verbunden sein, oder auch schon ein sogenanntes Personalgewerbe darstellen, welches sich nur auf die Person bezog. Noch 1849 erging vom k.k. Kreisamt Klagenfurt eine Currende (=Rundschreiben Nr. 4715) „an sämtliche Bezirks-Obrigkeiten (Bezirksämter) und k.k. Distrikts-Physikate des Klagenfurter Kreises, betreffend die Aufhebung der Wundärzte und wundärztlichen Gewerbe“. „Die Geschichte der Medizin in Kärnten“ von Karl R.H.Frick, Klagenfurt 1987 enthält auch reichlich St.Veiter Belange. Dort erfährt man z.B. von den ersten St.Veiter Kreisphysikern (=Kreisärzten), welche eine Amtsfunktion ausübten, etwa in dieser Reihenfolge: Dr. von Widmayrsfeld, Dr. Zunzer (ab 1797), Dr. Vinzenz Buzzi (ab 1801) und Dr. Ludwig Kollin (richtig Koller! ab 1804). Daß es jedoch neben den Amtsärzten auch schon frei praktizierende, unbeamtete Ärzte in St.Veit gegeben haben muß, beweist das Testament von Frau Elisabeth von Kellerstein, geborene Sulzer vom 19. Februar 1774, in dem sich einer der Testamentszeugen Anton Ferdinand Hudelist, Physicer loci nennt.                                                                                        

In der Präambel der eingangs erwähnten Currende wird ausgeführt:

„Es ist anerkannt worden, daß die bisherige Bildung von Sanitäts-Individuen verschiedener Kathegorien (= aller bisher im Gesundheitswesen Tätigen) mit verschiedenen Rechten und Pflichten den Forderungen der Wissenschaft, sowie der Humanität der Regierung nicht entspreche, und zur Störung der Verhältnisse unter den Sanitäts-Individuen selbst vielfachen bedauerlichen Anlaß gebe.“ Die Fortsetzung dieser Currende kommt einer Umfrage gleich, wie weit man „in die vorherrschende Praxis eingreifen kann und soll, ohne die verkäuflichen und radizierten chirurgischen Gewerbe zu schnell in ihrem gegenwärtigen Besitze in große und unverdiente Nachteile zu versetzen.“ Klar erkennbar ist jedenfalls der Wille nach mehr Ordnung und mehr Ausbildung im Gesundheitswesen.. Dabei gab man abschließend zu bedenken „daß sich die Medicinae und Chirurgiae Doctoren nicht immer so leicht anschicken dürften, an Orten, wo früher ein Wundarzt lebte, sich niederzulassen, also auf dem flachen Lande, und vorzugsweise in ärmeren Gegenden…..“

Dem oben letztgenannten Dr. Ludwig Koller darf hier besondere Aufmerksamkeit zuteil werden. In Verbindung mit der Geschichte des Hauses Unterer Platz 19 (heute Konditorei Hahn) läßt sich die sanitäre Entwicklung sehr gut illustrieren. Das Haus hat zwar eine relativ schmale Schauseite, die Gebäudetiefe und Architektur ist aber durchaus bemerkenswert. Schon im Steuerbuch der Stadt vom Jahre 1753 findet sich ein gewisser Katzler, Bader von Beruf. Er bewohnt und nützt das Haus alleine, d.h. ohne Mieter, weil die Zinsbewertung mit 51 Gulden sich ausdrücklich und zur Gänze für Eigennutzung versteht. Ihm folgt gemäß Häuserverzeichnis von 1775 Johann Katzler. Da laut St.Veiter Bürgerbuch schon 1664 ein gewisser Andre Käzler, Bader, neuer Bürger wurde, waren es mindestens drei Generationen, die an besagtem Orte zum Wohle der Kranken „ordinierten“. 1798 erwähnt das Bürgerbuch mit gleicher Adresse, einen F.X. Koller, Chyrurg, 37 Jahre alt, im eigenen Haus (Nr.58 alt), aus Ötting gebürtig. Dieses Ötting muß man wohl nach Bayern verlegen, denn wäre es das kleine Kärntner Ötting, hätte man den Gerichtsbezirk auch genannt. Besagter Koller hat nach Ableben des letzten Baders dessen Tochter Theresia geheiratet und mit dieser eine neue Mediziner Familie begründet. Ein zum Hause gehöriger Graben-Garten trägt  noch länger die Bezeichnung „Frau Bader Kollerin Garten“ und dies, obwohl am Hause längst eine „Chyrurgen-Gerechtsame“ also ein radiziertes Gewerbe ruht. Zusätzlich besaß man das Haus Villacher Vorstadt Nr. 48 (Erlgasse 31).

 Sohn Ludwig, inzwischen bereits studiert und Doktor, folgt als Mediziner nach, und dürfte zusammen mit seiner Gattin Josefine, vielleicht eine geborene Spieß im Verlaß seiner Eltern 1861 bedacht worden sein, denn beide zedieren diese Ansprüche den Erben des Peter Spieß. Ludwig ist es, von dem ein kleiner persönlicher Nachlaß im Gemeinde-Archiv aufscheint. Daraus geht hervor, daß er sich nicht nur mit medizinischen Studien, sondern auch mit Geschichte und schön geistigen Sachen befaßt hat. Darüber hinaus befindet sich im Hause Wernitznig eine handschriftliche Sammlung von „Geschichten der Stadt St.Veit in Kärnten, 1882 Collectant L.K.“ Das Interessante daran ist u.a. ein Bericht über die Entstehung des letzten Stadtbrandes von 1829. Neben einigen Gedichten, eigenen oder abgeschriebenen, führt der Chronist auch sein Geburtsdatum an und zwar den 4. Oktober 1811.

Ein weiterer Mediziner aus dieser Familie ist Dr. Josef Koller 1801 bis 1870, also wohl ein älterer Bruder des Ludwig. Er scheint auch der Besitznachfolger seiner Eltern geworden zu sein. Als er 1866 in St.Veit alles verkauft, trägt der Vertrag bereits die Datierung „Hüttenberg, 23. Februar“ Man kann sich vorstellen, aus welchen Gründen er St.Veit den Rücken kehrte und den Posten eines Werksarztes in Hüttenberg anstrebte. Man darf  ja nicht vergessen, daß breiteste Bevölkerungsschichten damals in Krankheitsfällen ohne Versicherung waren und auch nur wenige das Geld hatten, einen Arzt oder Apotheker – den es übrigens in der Stadt am Unteren Platz schon seit 1565 gibt – aufzusuchen. In Hüttenberg dagegen gab es dafür eine starke Knappschaft und bei den Eisengewerken auch noch wohldotierte, sogenannten Bruderladen, als frühe Vorläufer der späteren allgemeinen Sozialversicherung. Wer heutigen Tages von Hüttenberg in die Heft fährt, erblickt knapp hinter der Abzweigung Knappenberg ein kleines Gehöft, dieses nennt sich heute noch „Kollerhof“ und war der Wohnsitz des Werksarztes Dr. Josef Koller aus St.Veit.

Kommen wir noch kurz zurück zu Karl Frick und seiner Geschichte der Medizin. Es ist dort sehr anschaulich dargelegt, wie anfänglich nur weltliche und geistliche Fürsten, später dann die Landstände d.h. der Adel sich ausgebildete Ärzte halten konnten. Als Herzogsstadt ist St.Veit zumindest zeitweise Standort eines Arztes gewesen. Sogar der berühmte Arzt Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus hat um 1538 herum kurzzeitig in St.Veit praktiziert. Die weitere Entwicklung muß man sehr differenziert sehen. Während man die Vermögenden scheinbar medizinisch gut versorgt wußte – verglichen mit heutigen Standards müßte man sie in der Rückschau wohl eher bedauern – waren die ärmeren Schichten, wenn überhaupt, nur von den sogenannten „niederen“ Heilberufen, wie Bader, Barbierer, Chirurgen und Wundärzten versorgt. Wohl setzt schon im frühen 13. Jahrhundert da und dort die Gründung von Hospitälern ein, doch waren das lange noch keine Spitäler im heutigen Sinne. Auch das Bürgerspital in St.Veit war im Grunde nur eine Verwahranstalt für Alte und Kranke. Daß es in der Friesacher Vorstadt auch ein Siechenhaus gegeben haben muß, erhellt daraus, daß die Grundstücke östlich davon schon um 1585 in Urkunden von Schloß Weyer als „unter dem Siechenhaus“ bezeichnet werden. Was das sogenannte „Lazarett“ am Eingang zum Vitusgraben, neben dem „Borghi-Stöckl“ anlangt, darf man vielleicht davon ausgehen, daß es für das in der Stadt in Garnison gelegene Militär gedient hat. Ja und der Werdegang unseres Krankenhauses der Barmherzigen Brüder ist erst recht ein langer und vielschichtiger. Von seinen einfachsten Anfängen hin zu heutiger Geltung und seinem hohen Stand des medizinischen Angebotes, ist es ein einzigartiger Erfolgsweg.

Gewiß hat eine Erörterung der modernen St.Veiter Arzt-Praxen und der zunehmenden Zahl von Fachärzten bis hin zum neuen Ärztehaus, dem momentanen Höhepunkt einer ambulanten, ärztlichen Versorgung, ausgespart zu bleiben. Dies wäre wieder eine andere Geschichte!

 Walter Wohlfahrt in „Sankt Veit Kommunal“

Das sog. Löcker-Haus Hauptplatz 9

Juli 1, 2012 um 15:33 | Veröffentlicht in St.Veit | Hinterlasse einen Kommentar
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 Was ein St.Veiter Bäcker vor hundert Jahren so alles benötigte:

Am 24. Jänner 1906 ist der Bäckermeister Ferdinand Lecker im besagten Hause verstorben und weil er keine letztwillige Verfügung, wohl aber unmündige Kinder hinterlassen hat, musste sein Nachlaß gerichtlich aufgenommen und bewertet werden. So erfahren wir, dass im Bäckerladen zu ebener Erde nicht nur verschiedenste Backwaren, sondern auch Milch und Milchprodukte feilgeboten worden sind. Zur Einrichtung gehörten daher Verkaufsbude, große und kleine Dezimalwaage samt Gewichte, Petroleumlampe, Mehlkiste, Zwiebackkorb, Bröselmaschine, Milchkasten und Milchgeschirr, Brot-Stellage und Brot-Tisch, Brot- und Buckelkörbe, einige Stühle und ein Heiligenbild.

An Handelsware standen wenige Artikel und diese nur in geringer Menge bereit, wie zehn Kilo Mehl, 1 Sack Maisch (=Viehfutter), 1 voller Milchkessel, 1 Kübel mit Margarine, 7 Päckchen Germ, 6 Laib Brot und der Semmelvorrat von 2 Kronen und 60 Heller.

In der angrenzenden Kammer fanden sich Tisch, zwei Bänke, zwei Sofa, eines davon als alt bezeichnet, Kinderwagen, Schubladkasten alt, kleiner Spiegel und Wanduhr.

Die Küche enthielt einen weichen Tisch (d.h. aus Weichholz), eine Hühnersteige (!) – diese vearmutlich wohl nur über die kalte Jahreszeit – sämtliches Küchengeschirr mit 8 Kronen bewertet, sowie vier diverse „Schäffer“.

Das sogenannte Burschenzimmer hatte einen weichen Schubladkasten und zwei „aufgemachte Betten“. Letztere, mit 10 Kronen veranschlagt, lassen erraten, daß zwei Bäckergesellen oder Lehrlinge im Hause wohnten.

In der Vorlaube lagerte das nötige Scheiterholz für den Backofen, immerhin im Werte von 16 Kronen, nebst neun Körben und einem Wasserschaff.

Am interessantesten ist aber wohl der Inhalt der Backstube selbst. Dieser bestand aus 16 Positionen. Am wertvollsten die Teigteilmaschine (100 Kronen wert), gefolgt von 17 Semmelladen (17 Kronen), 5 Backblechen (10), 2 Backtrögen (10), Mehlsieb, Mehlbutten, Reinkerlschalen, Ladentücher, Schalenwaage, Teigscheren, Bartwische, Nudelwalker, Ofenlampe, Hängeuhr und schließlich 30 kg Mehl.

Im Hof trafen die Schätzer auf 2 komplette Kummet (24), Zagger (Ziehkarren), Heugraten, Schlitten samt Schapfen und weiteres Scheiterholz.

Bevor man die Stockwerke aufsuchte, wovon nur das erste dem Eigenbedarf, das zweite jedoch der Vermietung diente, ist noch von einem Kuhstall die Rede, in dem sich aber kurioserweise allein zwei Schweine, ein achtjähriger brauner Wallach (200 Kr) und eine zehnjährige Stute (240 Kr) befanden, aber keine Kuh! Spartanisch eingerichtet war übrigens hier noch die fensterlose Knechtskammer mit zwei Betten (nur 6 Kronen!), drei Kisten und einer Lampe.

 Wie lebten die Bäckerleute?

 Wenn wir nun im Geiste den Wohnbereich der Meisterfamilie im ersten Stock betreten, so müssen wir sagen, daß man wohl ein einfaches und biederes Leben ohne besondere Ansprüche führte, denn wir begegnen in der Vorlaube nur zwei alten Truhen, zwei harten Hängekästen, Sessel und Wäscherolle. Im Schlafzimmer dürften sich kaum besondere Schätze befunden haben, denn der Glasaufsatzkasten wird inklusive Inhalt mit 5 Kronen angesetzt, mit 16 hingegen ein harter Hängekasten. Ein Kruzifix samt Glassturz kostet mit 2 Kr. gleich viel wie alle dort befindlichen Kleider. Dafür sind drei aufgemachte harte Betten immerhin mit 60 Kronen und ein einziges Kinderbett mit 10 Kronen angeschrieben. Zwanzig weitere Posten im Schlafzimmer vom harten runden Tisch über die gepolsterten 6 Sessel, Hänge-, Wäsche- und Schubladkasten bis hin zur Blumenvase und Tabakdose machen mit Inhalt zusammen nicht mehr als 170 Kronen aus, wovon 50 Kronen allein auf 72m Leinwand und 20 Kronen auf eine Nähmaschine Marke „Jax“ entfallen. Von Luxus ist also wahrlich keine Rede, viel mehr von täglich harter Arbeit aller Hausinsassen, wenn man nur in die Mehlkammer, auf den Heu- und auf den Dachboden schaut, wo verschiedenstes Handwerkszeug, Gerät insbesondere aber Vorräte für Mensch und Vieh anzutreffen sind.

 Die detaillierte Beschreibung durch die Amtspersonen und das Voranschreiten derselben im Hause von unten bis hinauf unter das Dach, liefert heute noch einen brauchbaren Eindruck vom damaligen Innenleben dieses Stadthauses. Während die beweglichen Sachen insgesamt mit rund zweitausend Kronen eher gering zu Buche schlagen, wird das Haus ob seiner günstigen Lage am Platze mit 23.000 Kronen angesetzt.

Eine weitere Überraschung bietet das Verzeichnis der Passiv-Posten insofern, als man erkennen kann, daß Mehl von sehr weit her bezogen wurde. Es werden nämlich offene Rechnungen nicht nur von der Mageregger Getreidemühle, sondern auch von der Agramer Dampf- und Kunstmühle, sowie von der „Ersten Ofen-Pester-Dampfmühle“ und die gehört  immerhin zum heutigen Budapest – peinlichst genau mit Datum und Betrag angeführt. Letztendlich zeigt es sich, daß alle vorhandenen Aktiva die Passivseite nur gering überschreiten. Das vor neun Jahren zum Hausankauf bei der Sparkasse aufgenommene Darlehen, haftet noch in ursprünglicher Höhe offen aus. Man konnte inzwischen gerade die Zinsen zahlen, doch kaum eine Tilgung leisten. Um den Betrieb zum Lebensunterhalt der Minderjährigen fortführen zu können, wird den schon großjährigen Erben aus erster Ehe ein weitgehendster Erbverzicht nahegelegt!

 Was man sonst noch über das Haus weiß

Das über dem Eingang befindliche Hauszeichen „F.K. 1692“ geht auf einen früheren Eigentümer, vermutlich auf den 1695 Bürger gewordenen Friedrich Kräschnig zurück. Gürtler, Kürschner, Hutmacher ja selbst ein Kaffeesieder waren in diesem Hause. Erst unter Josef Weberitsch, als Vorläufer des Löcker, wurde eine Bäckerei oder zumindest ein Bäckerladen im Hause eingerichtet.

Auf den verstorbenen Bäckermeister folgte jedenfalls 1906 seine Witwe Agnes.  1911 bereits die Bäckersleute Johann und Theresia Tscheuko. Nach Ableben des Johann war von 1928 noch bis 1937 Theresia Tscheuko Alleineigentümerin, ehe sie 1937 an Hans und Anna Gradischnig verkaufte. Ab 1947 erscheint dort ein Paul Weiß als Bäcker.

Bis zu seiner Demolierung 1911 bestand zur Spitalgasse hin ein eingeschossiger Bau, welcher vermutlich eine ältere Geschichte hat. Der Überlieferung nach soll an dieser Stelle eine Mühle gestanden haben, als noch der Mühlbach offen durch die Stadt floß. Wie ein vorhandenes Foto zeigt, erforderte damals eine Abtragung mit Spitzhacke viel mehr Zeitaufwand und einige tüchtige Leute. Ganz zum Unterschied von heute, wo mit Hilfe von modernem Gerät binnen weniger Stunden selbst größte Bauten dem Erdboden gleich gemacht werden. So radikal geht es z.B. dieser Tage vis a vis bei der Errichtung des neuen „C & A“ zu!

Walter Wohlfahrt in „Sankt Veit Kommunal“ leicht nachredigiert

Die bürgerliche Privat-Gilt im Jahr 1867

Juli 1, 2012 um 15:12 | Veröffentlicht in St.Veit | Hinterlasse einen Kommentar
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 Eine ernsthafte Befassung mit der Stadtgeschichte trägt immer wieder reiche Früchte! So erlaubt ein Neufund, den dankenswerterweise Frau Paula Zechner zur Verfügung gestellt hat, erstmals eine authentische Aussage über die legendäre Privat-Gilt. Der Name wird meist mit „Privat-Gilt“ und nur selten richtig mit „Privat-Gült“ verwendet. In Wahrheit war unter Gült durch das Spätmittelalter herauf ganz allgemein eine Ertragsliegenschaft oder eine Ansammlung von solchen (überwiegend bäuerlicher Natur) zu verstehen.

Ja, unsere Stadt war schon einmal reich, sehr reich sogar. Es war die Zeit mit eigenem Hochofen in der Urtl bei Guttaring, eine Zeit der stadteigenen Eisenhämmer an der Wimitz, vor allem aber eine Ära mit wohlhabenden „Eisen-Spediteuren“ und „Eisen-Negotianten“ innerhalb ihrer Mauern. So nannten sich die lange Zeit privilegierten Eisenhändler. Was sich damals an Haus- und Realbesitz der Stadt ansammelte, hat man sinnigerweise in etwa gedrittelt. Der erste  Teil, bestehend aus industriellen Anlagen, Stadtgründen, Wäldern und Stadthäusern wurde vom Stadtmagistrat als Ganzes genutzt. Das zweite Drittel, die sogenannte „Bürgermeisteramtsrealität“ – sie bestand vornehmlich aus Gärten in und um die Stadt – war eine Art Deputat des jeweiligen Bürgermeisters. Der Rest, eine große Masse von Wiesen, Weiden und Äckern im Weichbild der Stadt, war schließlich den Bürgern zum Gebrauche überlassen, die ja fast alle auch Acker-Bürger waren.

Eines Tages aber kam große Not über die Stadt. Der Hochofen machte schon längst Verluste, die Eisenhämmer gingen schlecht und die Handelsprivilegien wurden vom Staat kurzerhand aufgehoben. Lange wollte man die Misere nicht wahr haben. Man probierte noch das eine und das andere, doch die Schulden der Kammerstadt wurden nicht geringer, im Gegenteil, sie stiegen in beängstigende Höhen. Es kam schließlich zum Eingreifen der staatlichen Behörden und zur Auflage, alles, was nicht zu kommunaler Notdurft zählt, wie etwa der Wald am Lorenziberg als Brandreserve, zu veräußern und damit die Schulden abzuzahlen. Die Montan-Anlagen waren, wenn auch zu schlechten Preisen, bald verkauft, doch das reichte bei weitem nicht. Stadtverwaltung und Bürgerschaft waren verzweifelt. Was sollte aus der Stadt werden, wenn auch noch die Weiden, Wiesen und Äcker in andere Hände geraten. Da war guter Rat teuer! Aber, man wußte sich zu helfen. Waren die Finten vielleicht rechtlich nicht immer ganz stubenrein, man konnte ja notfalls prozessieren…… Hilf, was helfen mag! Man machte Scheingeschäfte, wehrte sich erfolgreich gegen alle diesbezüglichen Vorhalte und erreichte nach vielen Jahren des Streitens durch Hofkanzlei-Verordnung vom 1. Mai 1823 endlich was man immer wollte, die staatliche Anerkennung der selbstverwalteten „Bürgerlicher Privat-Gilde“

Der Statuten-Entwurf von 1867 ist an sich wohl ein Reformpapier, gibt aber die Erwerbsgeschichte vollkommen wieder. Auch wird man nicht fehl gehen, wenn man annimmt, daß alle Verwaltungs- , Organisations- und Rechtsverhältnisse, wenn auch leicht modifiziert, so doch noch größtenteils die Anfangsgegebenheiten von 1823 wiederspiegeln.

Zum Besitztum und seinem Erwerb wie im Entwurf aufgezählt:

a) die Bürgermeisteramtsrealitäten verkauft von der Kammerstadt St.Veit an Herrn Anton Strobl, von demselben mit Vergleich von 1796 der behausten Bürgerschaft abgetreten.

b) das Obermoos verkauft von der Kammerstadt an Herrn Ignatz Schwarzrok und von demselben mit Abtretungsurkunde 1790 an die Bürgerschaft übergeben.

c) das Fischwasser verkauft von der Kammerstadt an Herrn Franz Edlen von Koller, von diesem mit Urkunde 1791 der Bürgerschaft abgetreten.

d) das Schwein- und Kühmoos verkauft von der Stadt an Herrn Johann Meyerhofer, von selben mit Zession 1798 der Bürgerschaft abgetreten.

e) die Corpus Christi Bruderschaft (mit all ihren Untertanen)

von der Stadt an Herrn Anton Meyländer verkauft, von diesem mit Zession 1800 der Bürgerschaft abgetreten.

f) die Jagdbarkeit, verkauft von der Stadt an Herrn Franz Edlen von Milesi, von selben an Herrn Anton Strobl und von letzterem laut Vergleich 1796 der Bürgerschaft abgetreten.

g) die Turteltaubischen Realitäten, erstanden von der Bürgerschaft St.Veit laut Versteigerungs-Protokoll 1825.

Letztgenannte Realität erinnert an eine einst wohlhabende Familie namens Turteltaub mit reichlich Grundbesitz in der einstigen Klagenfurter Vorstadt, unter- und oberhalb der heutigen Lastenstraße. Durch frühen Tod der Eltern kamen die vielen minderjährigen Kinder unter verschiedene Vormundschaften und bald auch um ihr Erbe. 1825 war die „Bürgerschaft“, also noch keine Rede von „Bürgerlicher Privat-Gilde“, bereits in der Lage, bei Versteigerungen mitzubieten. Dies wiederholte sich später noch, wenn es um die Hubner-Hube in Glandorf, die Glanmühle oder um die Papierfabrik ging.

Wesentlich für die Entstehung dieser bürgerlichen Einrichtung sind allein die Erwerbungen a) bis f). Sie zeigen, daß man sich bewußt hochhonoriger Herrschaften als Mittelsmänner, man könnte auch sagen als Strohmänner bediente um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, man hätte – nach heutigem Ausdruck – Insidergeschäfte betrieben. Zehn Jahre genau, also von 1790 bis 1800 zog sich der volle „Rückerwerb“ hin, um ja keinen Verdacht aufkommen zu lassen. Welche echten Geldflüsse sich dabei ergaben und ob überhaupt, ist nur mehr schwer auszumachen.

Die berechtigten „Behausten“

Insgesamt führt der Statuten-Entwurf 171 Häuser mit namentlich genannten „gegenwärtigen Besitzern“ an. Davon entfallen 97 auf die Innenstadt, 30 auf die Villacher- , 9 auf die Friesacher- , 13 auf die Weitensfelder- und 22 auf die Klagenfurter Vorstadt. Wer zwei oder mehr Häuser sein eigen nannte, scheint dementsprechend oft auf. An sechzehn Bürger konnte 1867 anstatt der üblichen zwei nur ein „Terrain“ zugeteilt werden. Es wurde ihnen jedoch ein zweites bei erster Gelegenheit fix zugesagt. Unbehauste Bürger wurden berücksichtigt, so ferne sie ein Realgewerbe ausübten. Interessant ist die Erwähnung, daß sogar Besitzer der Umgebung und zwar der Poganzer ebenso wie der Radinger Pachtgründe erhielten, weil das Trinkwasser der Stadt von deren Grundstücken kam.

Separat ausgewiesen werden 53 Hausnummern mit „Keuschen-Terrain“, hauptsächlich in den Vorstädten gelegen und möglicherweise insgesamt auf Gründen der Gilde.

Einige Paragraphen aus dem Entwurf

 § 7 ermöglicht den Tausch von zugeteilten Flächen gegen eine Umschreibungs-Taxe.

§ 9 sagt, sollte ein Haus demoliert werden, dann verfallen die Terrain-Rechte.

§10 regelt Besitzveränderungen (Verkauf, Tausch etc.) bei denen eine Immatrikulierungs-Taxe von 20 Gulden in die Gildenkasse zu erlegen ist.

§13 sieht vor, daß falls die Bestreitung der Gilden-Auslagen es erfordert, eine prozentuelle Erhöhung der Terraingaben vom Gildenausschuß vorgenommen werden kann.

§14 Reklamationen wegen Gabenverringerung (Ernteschäden etc.) sind vom Ausschuß zu untersuchen.

§15 Eventuelle Überschüsse sind zur Hälfte gleichmäßig unter den Teilhabern zu verteilen.

§16 Die Gilde repräsentieren 1 Verwalter, 8 Ausschußmitglieder, 3 Stellvertreter, deren Wahl alle 5 Jahr erfolgt. Der Ausschuß wählt aus seiner Mitte einen Stellvertreter des Verwalters, dem die Kassenkontrolle und Kassen-Mitsperre obliegt.

§17 Dem Verwalter ist das Gildenvermögen, Gilden-Archiv und Gilden-Siegel anvertraut. Er beruft den Ausschuß bei dringenden Geschäften auch außerhalb der gewöhnlichen Sitzungstage ein. Verträge über Käufe und Verkäufe oder sonstige Urkunden sind vom gesamten Ausschuß zu unterfertigen.

§19 Jeden ersten Montag im Quartal versammelt sich der Ausschuß zur Beratung. Dazu ist schriftlich einzuladen. Entschieden wird durch absolute Mehrheit. Über die Vorträge ist Protokoll zu führen. Zur Beschlußfähigkeit ist die Anwesenheit von zwei Drittel der Ausschußmitglieder erforderlich.

§21 Alle Funktionen des Ausschusses sind unentgeltlich zu verrichten, da sie einem Ehrenamte vorstehen. Für den Vorsteher wird eine jährliche Remuneration von 150 Gulden festgesetzt.

§22 Eingezahlte Kapitalien müssen in der Regel sogleich und ohne Unterbrechung der Verzinsung vorzugsweise bei Gildenteilhabern, wenn sie hinlängliche Sicherstellung bieten können, angelegt werden.

§24 Der Verwalter hat jährlich Rechnung zu erstatten und diese binnen 6 Wochen dem Ausschuß zur Prüfung vorzulegen.

§27 Die vorliegenden Statuten sind von allen Teilnehmern zu unterfertigen, wer sich weigert, gibt sein Mietrecht auf und die seinem Hause zugeteilten Terraine werden eingezogen.

 Ohne jeden Zweifel wirkte diese segensreiche, stets bestens verwaltete Einrichtung bis zur freiwilligen Auflösung um 1897 herum, nicht allein zum Wohle ihrer Teilhaber, auch ganz allgemein für die übrige Stadt, ob es dabei um die Glanregulierung, um die neue Heuwage, um den Schlachthof, um den neuen Friedhof oder was immer ging. Stets zeigten die Amtsträger vollstes Verständnis für die allgemeinen Belange. Das Prinzip der Selbstverwaltung trug in diesem Kreise die schönsten Früchte. Über viele Jahrzehnte, in guten und schlechten Tagen, war die Bürgerliche Privat Gilde Voraussetzung zur Eigenversorgung mit Lebensmitteln für Hausleute und Gesinde.

Walter Wohlfahrt in „Sankt Veit Kommunal“

F. Schneeberger – Buchbinder, Sänger und Hopfenbauer

Juli 1, 2012 um 14:34 | Veröffentlicht in St.Veit | Hinterlasse einen Kommentar
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Das Haus Hauptplatz 14 mit seiner alten Lederer-Gerechtsame hatte zuvor schon einen Hof- und Gerichtsadvokaten, einen geschickten Arzt und eine kleine Greislerin beherbergt gehabt, als schließlich Ferdinand Schneeberger dort seine Buchbinderei einrichtete.

1814 in Graz geboren, kam der junge Mann,  ob direkt oder auf Umwegen weiß man nicht, nach St.Veit und heiratete hier – wie es uns das Trauungsbuch der Stadtpfarre auf Folio 61 zeigt – am 31.5.1841 Anna Mayer, Tochter des Caspar Mayer, vermutlich wohl ein Kind der Stadt. Als Trauzeugen fungierten nämlich der bürgerliche Glasermeister Georg Grundner nebst dem bürgerlichen Schuhmachermeister Jakob Premitzer. Die Wohnadresse lautete „Stadt 43“. Ob es wirklich das später diese Nummer tragende Carinthia-Haus oder vielleicht doch ein Haus in der Spitalgasse war, wo Mayer eher vorkommen, ist nicht mit Gewißheit zu sagen. Schon drei Jahre später wird Ferdinand Schneeberger Bürgerrecht verliehen, mit Bürgereid, 12 Gulden Bürgertax und allem Drum und Dran.

Trotz des in der Familie reichlich vorhandenen Urkundenbestandes ist auch nicht auszumachen, wo in der Stadt der neue Buchbinder erstmals seinen Leim anrührte. Fest steht aber soviel, daß spätestens mit der Heirat – und von da an zählt auch das 160 Jahr Jubiläum – eine entsprechende Tätigkeit in der Stadt entfaltet wurde. Buchbinder, lateinisch Bibliopegus, selbst solche mit Bürgerrecht hat es wohl schon davor immer wieder einen oder zwei in der Stadt gegeben, doch jetzt sind die Zeiten dafür so günstig wie nie zuvor. Die Verwaltung von Stadt und Land erfordert zunehmend Schriftlichkeit und in immer mehr Amtsstuben, Geschäftskontoren und Fabrikskanzleien werden Folianten, Tagebücher etc.etc. benötigt. Ein Buchbinder aus Graz hat bestimmt sein Gewerbe gut gelernt und man darf annehmen, daß er mit seinen Kenntnissen auf dem neuesten Stande der Technik war. Das Geschäft geht tatsächlich sehr gut. Die ersten Erfolge treten deutlich zutage:

 Schon 1861 und zwar mit Kaufvertrag vom 2.6. erwirbt Schneeberger von Frau Karoline Spiehs, einer ehemaligen Krämerin, um dreitausend Gulden das heutige Stammhaus. Es bestand zunächst auf Seiten der Verkäuferin die Absicht, den offen gebliebenen Kaufpreisrest pfandrechtlich sicherzustellen, als sie aber davon Kenntnis bekommt, daß die Kirchenvorstehung von St.Peter bei Taggenbrunn – das waren damals neben anderen die Geldverleiher – dem Käufer 1200 Gulden vorstrecken wird, verzichtet sie auf Sicherstellung.

 Mit großem Elan möchte der neue Hausherr, die räumliche Situation für seinen Bedarf verändern, dort einen Durchbruch machen, da eine Tür vermauern, doch gemach, gemach! Da gibt es ja noch einen Mieter namens Alois Archer im Hause. Sein Mietvertrag läuft  bis 1865 und er fühlt sich durch die geplanten Maßnahmen in seinen Rechten beeinträchtigt. Er geht zu Gericht. Sachverständige, man nannte sie damals Kunstbefugte, treten auf den Plan. Archer wird Recht gegeben. Mit dem Geschäftsumbau geht vorerst nichts.

 Im Hause des Ernst Feistl, heute befindet sich dort der Tabakhauptverlag oder das, was man einmal so genannt hat, ist glücklicherweise Platz frei geworden. Unser junger Meister mietet sich dort laut Vertrag vom 16.6. mit Wirksamkeit ab 1.10.1861 ein. Für ein Gassengewölb rechts vom Haupteingang, für zwei im zweiten Stock gelegene Zimmer, für die Mitbenützung des Unterdaches, der Vorsäle, Vorlaube und des Kellers werden für die nächsten vier Jahre insgesamt 368 Gulden gezahlt werden.

Vergessen wir getrost einmal den Buchbinder und wenden wir uns Ferdinand Schneeberger, dem Sänger zu. Neben beruflichen Fähigkeiten hat er nämlich von Graz auch noch andere Gaben, so zum Beispiel eine prächtige Tenorstimme nach St.Veit mitgebracht. Also ein Gesangsverein fehlt da noch und man wird Schneeberger recht bald unter den Gründern des MGV 1863 finden. In der 50-Jahr-Festschrift dieses Vereines, also 1913 scheinen nicht weniger als vier Schneeberger in der Liste der einstigen bzw. damals noch ausübenden Mitglieder auf und zwar Ferdinand Schneeberger I  „Hausbesitzer 2.Tenor 1863-1897“, sein Sohn gleichen Namens „Buchbinder (der Vater lebte ja nicht mehr) 2.Baß 1864-1905“ das war der legendäre und Langzeit-Chormeister, ein Ferdinand III  „Kaufmann 2.Tenor 1900“ und schließlich Franz Schneeberger „Kaufmann 2.Baß 1898-1900 und 1903“. Damit erscheint Ferdinand Schneeberger I schon früh in Gesellschaft und Wirtschaft St.Veits voll integriert. Die kulturellen Großtaten von MGV St.Veit, von dessen Mitgliedern und Funktionären sind zwar mittlerweile Geschichte aber unvergessen und wären eine eigene Betrachtung wert. Kritisch müßte dabei allerdings die politische Ausrichtung des Sängerwesens im allgemeinen und die auffälligen Aktivitäten der St.Veiter Sänger im besonderen gesehen werden. Der MGV war die Wiege wachsender alldeutsch-liberaler Geisteshaltung in Stadt und Umland.

Schon im Jahre 1867 gelang Ferd.Schneeberger I ein weiterer Zukauf. Simon Aßl, Besitzer des Hauses 147 samt Garten in der Villacher Vorstadt – heute befinden sich an dieser Stelle die Häuser Sonnwendgasse 5 und 7 und die Gärten der Firma Sattler – verhandelte dieses sein Besitztum „samt Fenster und Balken,  H o p f e n s t a n g e n, Dünger und Mistbetter“ um 1473 Gulden dem Herrn Ferdinand Schneeberger gemäß Kaufvertrag vom 19. Oktober des genannten Jahres. Auch die zur Kaufliegenschaft gehörigen Ansprüche auf sogenanntes Bürger-Terrain wurden miterworben. Darunter hat man die im Weichbild der Stadt gelegenen landwirtschaftlichen Flächen zu verstehen, welche durch die sogenannte Bürger-Gilt, eine Art Selbstverwaltungsinstitution der St.Veiter Hausbesitzer von Zeit zu Zeit neu vergeben werden konnten. Alle Bürger-Terraine wurden übrigens um die Jahrhundertwende fix ins Eigentum der jeweils Berechtigten übertragen und die Bürger-Gilt aufgelöst. Der Vorbesitzer Simon Aßl dürfte offensichtlich in finanzielle Schwierigkeiten geraten sein, denn vom Käufer mußte wenig Bargeld aufgewendet, dafür aber so manche Hypothek übernommen werden.

Dreiundzwanzig Jahre lang erfreute sich der Buchbinder und Sänger nebenher eines erfüllten Lebens als Kleinbauer, Gärtner und Hopfenpflanzer ehe er sich mit Kaufvertrag vom 7.8.1890 von diesem Anwesen in der Villacher Vorstadt wieder trennte. Käufer war ein gewisser Franz Sawitzer, Gartenpächter in Zischenwässern. Im Vertrag heißt es ausdrücklich, daß sich der Verkäufer die Gartenfrüchte sowie den Platz zum Trocknen des Hopfens bis Ende des Jahres vorbehält. Ein schöner Hopfengarten muß dort also 1890 noch bestanden haben. Der Erlös von 2.300 Gulden ist um 800 Gulden höher als die seinerzeitige Kaufsumme. Schneeberger wird an der Liegenschaft also einiges verbessert haben.  Wir begegnen weiteren Flächen, wenn sie im Verlaßverfahren nach dem am 15.2.1897 das Zeitliche segnenden Stammvater als „Wiese und Acker am Glabitsch“ aufscheinen. Diese zwei Grundparzellen wurden von Schneeberger im Jahre 1879 im Zuge einer Zwangsversteigerung erworben und lagen östlich des heutigen Verwaltungsgebäudes der Firma Funder an der unteren Glan. Die slawische Bezeichnung Glabitsch (Tiefental), heute weder gebräuchlich noch bekannt, ist aber durchaus passend und vielsagend. – Die Buchbinderei ist allerdings schon zuvor und zwar im Jahre 1875 dem gleichnamigen Sohne übergeben worden.

 Gesunder Geschäftssinn, gepaart mit einer ausgeprägten musischen und kulturellen Begabung waren kennzeichnend für viele Generationen bis auf den heutigen Tag. Ein Jubiläum, unter solchen Prämissen gefeiert, berechtigt zu großen Hoffnungen für die weitere Zukunft. Glückauf also dem altehrwürdigen Hause der einstigen Buchbinder und heutigen Buchhändler!

Walter Wohlfahrt in „Sankt Veit Kommunal“ 2001

 

 

 

 

 

 

 

Das Schützenwesen der Stadt St. Veit

Juli 1, 2012 um 14:12 | Veröffentlicht in St.Veit | Hinterlasse einen Kommentar
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Viele Formen der Ausübung und mindestens vier Lokalitäten der praktischen Betätigung von St.Veiter Schützen sind bekannt. Sie sollen hier beschrieben werden, nachdem zuletzt einiges über Erzeugung des Schießpulvers und seine Verwahrung am Stadtrand ausgesagt wurde.

Zu den wichtigsten Bürgertugenden im alten St.Veit zählten ganz gewiß, Wehrhaftigkeit und Bereitschaft, die Stadt im Notfalle auf ihren Mauern zu verteidigen. Spätestens ab Erbauung des Zeughauses im Jahre 1523 (Herzogsburg) darf man als gesichert annehmen, daß die Bürger mit Feuerwaffen, Pulver und Blei umzugehen verstanden. Das Bürgerbuch der Stadt, von 1564 bis 1884 geführt, nennt alle Bürgeraufnahmen und hat auch einige Zusatz-informationen zu bieten. Das Buch befindet sich heute unter Signatur 2 im Kärntner Landesarchiv. Abgesehen von diesem eindeutigen Zweck der bürgerlichen Schießkunst, hat man darin recht bald eine Voraussetzung für die Jagd einerseits und anderseits für das Gesellschaftsleben ganz allgemein gesehen. Vor allem Patrizier und wohlhabende Gewerkenfamilien waren zu friedlicheren Zeiten darauf bedacht, das notwendige „Training“ mit Fest und Zerstreuung zu verbinden. Ausdruck dessen, sind die noch zahlreich vorhandenen und eine Einmaligkeit sonder gleichen bildenden, bemalten Schützenscheiben unseres Stadtmuseums. Daß die Bürgeraufnahmen üblicherweise regelrecht zelebriert, mit Bestschießen verbunden und dafür variable Taxen verlangt und gezahlt wurden, beweisen gewisse Vermerke zwischen 1732 und 1753 die da lauten „für den Schuß gezahlt…..“ – oder 1784 „Franz Steiner, Johann Stimpfl usw. – Bürger mit Gewehr“. Übrigens, im gleichen Jahr werden andere zu „Bürger mit Mantel“ erhoben. Zahlen die Gewehr-Träger maximal 10 Gulden Tax, so entrichten die eindeutig nobleren Mantel-Träger je 3 Dukaten! Es sind dies Anton Rauscher von Mosinz mit Weinschank, Herr Josef Peter Vetter, k.k. Postmeister von Unterdrauburg zugezogen ebenfalls mit Weinschank und Herr Johann Hollemschnig, Apotheker bzw hier geborener Apothekersohn. Ist diese Erwähnung eines Mantels vielleicht ein Hinweis auf Zugehörigkeit zu den Trabanten? Weder vor- noch nachher kommen solche Zusätze im Bürgerbuch vor.

 1. Die Bürgerliche Schießstätte 

Im Steuerbuch von 1595, Landesarch. Handschriften-Sign. 225a, Seite 32 heißt es wörtlich „Schützenmeister ist ab 1567 zinspflichtig für den Garten bei der Schießstatt: 5 Pfennige pro Jahr. Rückstände bestehen für die Jahre 1567 bis 1605!!“ Dieser Vermerk sagt zweierlei aus.

Mit Schützenmeister und Schützen gab es eine geordnete, wenn auch wenig zahlfreudige Organisation und der Grund und Boden um die Schießstätte herum gehörte der Gemeinde.

Eine nächste Erwähnung findet sich im Stiftsregister der Pfarre St.Veit von 1722ff – Sign 215 (aber verkehrt herum, Seite 1) „Ausgaben der Pfarre etc. 1745 bis 1747“ – „der jeweilige Schützenmeister soll dienen vom Schieß-Wiesl jährlich 37 ½ Kreuzer“. Was ist darunter wieder zu verstehen? Zunächst keinerlei Gegensatz in den Besitzverhältnissen die Schießstätte selbst betreffend gegenüber 1595. Nur die Schußrichtung ging eben gegen den Berghang des Lichtenberges – so hieß damals der sonnige Hang an der heutigen Zenswegerstraße –  und die kleine Wiese dort war eben Kirchengrund. Die Organisation des Schützenwesens war auch nach 150 Jahren noch immer intakt. Eine letzte Reminiszenz an das altbürgerliche Geschehen enthält der Nachruf für Karl Prinzhofer (1772-1861) in der Klagenfurter Zeitung vom 16.11.1861 den mir liebenswürdigerweise Frau Paula Zechner zugänglich machte. Ich zitiere teilweise:

 „Noch sei uns vergönnt, ein Wort über das einst so in Ehren gehaltene Vergnügen des Scheibenschießens zu sprechen, in welchem Prinzhofer es zu einer seltenen Vollkommenheit brachte. Ein Zimmer, einst angefüllt mit gewonnenen Besten war sprechender Zeuge seiner Triumpfe. Es ging aber bei diesen Festen einst hoch her; gute Schützen reisten von einem Schießen zum andern, Geld gab es in Menge, der Schuß kostete oft bis 20 Gulden, Gewinnaussichten und Aufwand waren ansehnlich; Geselligkeit, Eintracht und Heiterkeit bildeten die Elemente, welche das Interesse an diesem ritterlichen Vergnügen ungeschwächt erhielten. In Kärnten dürfte kaum mehr ein Schütze leben, welcher – wie Prinzhofer im Beginne seiner rühmlichen Tätigkeit als Schütze – noch das alte sogenannte Radschloß an dem Gewehr hatte, mit welchem er trotz dieser Schwerfälligkeit beim Schießen so viel Unübertroffenes leistete.“

 Auch Michael Rauchensteiners Dissertation von 1949 bringt ab Seite 48 viel Wissenswertes zur Organisation des Kärntner Schützenwesens. Man kann nur immer aufs neue diese gut fundierte Arbeit zitieren und hoffen, daß sie vielleicht doch noch einmal gedruckt und so allgemein zugänglich gemacht wird. Obzwar viele Jahre seither vergangen sind, gibt es nichts Gleichwertiges weit und breit!

Jetzt wird es Zeit, die alte Schießstätte auch zu lokalisieren und das fällt nicht schwer. Abgesehen von alten Ansichten, gezeichnet oder fotografiert, welche die Lage eindeutig beweisen, gibt uns auch das öffentliche Grundbuch ganz genau Auskunft.

Mit Kaufvertrag vom 9. Feber 1904, Tagebuchzahl 390/1904 verkaufte die Stadt St.Veit die Parzelle 226 „bürgerliche Schießstätte außer dem Friesacher Tor“ welche Brandsätte war, samt allem An- und Zubehör im unverbürgten Ausmaß von 38 m2 um 20 Kronen an Thomas Jirouschek. Rein äußerlich war es zuvor nicht mehr als ein luftiger Pavillon gewesen. Die Kleinstfläche wird deshalb aus der Kärntner Landtafel EZ 919 (Stadt St.Veit) ab- und der EZ 323 zugeschrieben. Es entstand ein kleines Wohnhaus. Auf Thomas folgte im Jahre 1918 Adolf Jirouschek und auf diesen 1949 Franziska Kowanda im Besitze. Bis 1949 bildete die Bauflächer 226 (ehemalige Schießstätte) eine Besitzeinheit mit dem Hause Schillerplatz 1. Danach bekam besagtes Areal, es handelt sich um das heutige Haus Stiegengasse 3, die neue Grundbuchseinlagezahl 1113.

 Am 21. April 1912 schließt k.k.Notar Dr.Johann Spöck, Bürgermeister seit 1904, das alte Bürgerbuch ganz formell mit folgender Feststellung: „Nunmehr gibt es nur (noch) Staatsbürger. Wer zehn Jahre ununterbrochen unter gewissen Bedingungen in der Gemeinde lebt, muß in den Heimatsverband aufgenommen und im Notfalle versorgt werden. Sic transit gloria mundi!

Ohne Bürgeraufnahmen, ohne Bürger-Eid und ohne Bürger-Brief – die Wehrhaftigkeit spielte ohnedies schon längst keine Rolle mehr – bedurfte es auch nicht länger einer „bürgerlichen Schießstätte“. Auflassung und Verkauf nach Brand waren daher die logische Folge. Doch ganz ohne Schießen, halb Ernst – oft zu ernst – halb Sport geht es nicht. So tritt beispielsweise 1914 eine „Bürgerwehr“ und 1918 nochmals eine solche unter dem Kommando von Hauptmann Premitzer gegen Plünderei in Aktion. Auch ein kurzes Gedenken an die 71 Schützen der St.Veiter Heimwehrkompanie und an deren Kommandanten 1918/19 oder etwa an das Lebensopfer des jungen St.Veiter Studenten Alois Bartl in Sabotnitza, stellvertretend für viele Ungenannte sei hier gestattet.

 2. Die Schießstatt-Allee

Die kennt wohl jeder, denn es gibt sie ja immer noch. Wie sie aber zu ihrem Namen kam, weiß man das auch? In den Aufzeichnungen unserer Gemeinde findet sich eine Quittung über 50 Kronen, welchen Betrag „die Stadtgemeinde im Grunde des §3 des Mietvertrages vom10. Mai 1902 als Mietzins für den Militär-Schießplatz in St.Veit und fürs Jahr 1905 von dem k.k. Militärkommando Graz erhalten hat.“ Das war also der Anfang unten an der Glan, wo die Schießstatt-Allee endet. Am linken Ufer des Flusses befand sich der Schießstand. Geschossen wurde über den Fluß hinweg zum Muraunberg hin. Spätestens mit dem Ende der k.k. Armee muß wohl auch hier jeder Vertrag hinfällig gewesen sein.

Erst wieder in den 20-er Jahren regte sich an besagter Stelle neues Leben. Genaueres darüber ist nicht bekannt, wohl aber, daß das Amt der Kärntner Landesregierung Z. 7224/Präs.I mit Vermerk vom 1.Sept.1932 dem Oberschützenmeister Dr. Robert Baumgartner, Notar in St.Veit zur beabsichtigten Umbildung des SchützenVereines St.Veit/G die Nichtuntersagung erteilt hat. Es muß also einen Vorläufer gegeben haben, den man gründlich umpolte, denn die neue Satzung – verwahrt im Stadtmuseum – enthält unter V. Punkt 5 bereits die Arier-Bestimmung! Auch dafür ist das Ende eigentlich leicht abzusehen. Die Demolierung der Schießstätte erfolgte nach 1950. Der Parkplatz eines großen Wohnhauses und teilweise dieses selbst markieren den ehemaligen Standort.

 3. Die modernen Schieß-Anlagen

befinden sich heute bekanntlich oberhalb der Stadt beim Radinger bzw. etwas weiter ab in Blintendorf. Handelt es sich in ersterem Falle um den offiziellen, 1968 aus Anlaß des 100jährigen Bestandes des Kärntner Landesschützenverbandes neu erbauten Landes-Haupt-Schießstand, Eigentum des besagten Verbandes, so geht es in Blintendorf um eine private, hoch moderne Schießanlage der Familie Marschnig. So lebt die Jahrhunderte alte Tradition fort, und endlich sind wir so weit, daß es genügt, im Schießen nur noch den Sport und eventuell das jagdliche Hobby zu erblicken. Was für eine schöne Zeit für uns und unsere Heimatstadt!

 Walter Wohlfahrt in „St Veit Kommunal“

 

 

 

Bildtexte:

 

  1. Haus Stiegengasse 3 – Aufnahme 2001 W.Wohlfahrt
  2. Von links nach rechts: Schloß Kölnhof mit Allee, Haus Stiegengasse 3,    

Grabenstraße, Grabengärten und Burg – Aufnahme 1914 Prof.Ginhart

  1. Schießstätte an der Glan – Aufnahme um 1930 H.Hammerschlag, Klagenfurt-

St.Veit

 

 

 

 

 

 

 

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