Wintersport in und um St. Veit/Glan

Juni 5, 2012 um 17:01 | Veröffentlicht in St.Veit | 1 Kommentar
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Sie haben richtig gelesen. St.Veit war in der Tat ein frühes Zentrum des Wintersportes. Wir müssen nur zeitlich ein Stück zurückgehen und wir erkennen die erste Phase in der Zwischenkriegszeit mit Ausklängen bis zu Kriegsbeginn und die zweite Phase sofort nach 1945. Eine tragende Säule zu Beginn bildete dabei neben einzelnen Idealisten, der Turnverein St.Veit. So gab es am Sonntag, den 29.1.1928 den Ersten Schi-Abfahrtslauf vom Schneebauer am Sörgerberg bis hinab nach St.Veit! Erste Versuche im Sprunglauf fallen in die 30-er Jahre und von dieser Disziplin soll hier ausschließlich die Rede sein.

Der Lokal-Pionier im Bau von Sprungschanzen war Hannes Schipfer (1908-1985), Kunstschlosser, später Busfahrer von Beruf. Seine ersten jugendlichen Sprungversuche machte er im Kreise gleichgesinnter Vorstadtfreunde am sogenannten Schwarzkogel. Diese Örtlichkeit liegt zwischen dem Weg zum Pualler-Hof und der Stelle wo sehr viel später Dir. Josef Jäger seine Villa gebaut hat. All zu oft dürfte die Schneelage wohl nicht geeignet gewesen sein, aber es gab mitunter auch lange und kalte Winter.

 Noch im Winter 1945/46 wagte man sozusagen den Sprung über die Glan und errichtete am Nordhang des Muraunberges, also schattseitig, nahe Unterbergen die erste 40-Meter-Schanze. Wiederum war Hannes Schipfer Konstrukteur und Springer in einer Person. Hier formierte sich – wir wollen sie zur Unterscheidung so nennen – die Erste Springergarde. Trotz zahlreich geführter Interviews ist die Abgrenzung zur späteren und jüngeren, der Zweiten Springergarde nicht ganz leicht. Da Bild- und andere Dokumente jener Zeit leider sehr, sehr rar sind, wären Ergänzungen, Richtigstellungen und Fotos im Stadtmuseum sehr willkommen. Erstens, waren die Aktiven zwar sportliche Alleskönner, aber durch die Bank mittellose Burschen und zweitens besaß kaum jemand Fotoapparat und Filme. Viele hatten in jenen Tagen ganz andere Sorgen. Auch waren die Springer typische Einzelkämpfer. Vereinsorganisation und Funktionäre gab es anfänglich ebenfalls nicht. Es wäre ein Wunder, würde noch irgendwo und irgendwann ein Gruppen- oder Siegerfoto auftauchen! So muß man sich eben an die Erinnerungen noch lebender Teilnehmer und an die wenigen Berichte der Tageszeitungen (VZ=Volkszeitung, NZ=Neue Zeit, KLZ=Kleine Zeitung) halten, auch wenn man einst selbst als faszinierter Zuschauer unterem Schanzentisch oder im Auslauf gestanden hat.

Der WSV St.Veit lud alle Schiläufer zur Gründungsversammlung im Gasthof Trippolt, Oktoberplatz 3 am Freitag 25.1. um 19 Uhr 30 – Es wird ein Dreier-Vorstand bestehend aus Karl Tirof, Sepp Jost und Otto Schober gewählt. Hannes Schipfer ist Sektionsleiter und Josef Kampl Präsident.                       (VZ 25.1.1946)

 Ankündigung eines Kärntner Meisterschaftsspringens in Möltschach bei Villach für Sonntag 3. Feber. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß auch St.Veiter Springer dort an den Start gegangen sind. Eine Ergebnisliste fehlt leider.(VZ 31.1.1946)

 WSV St.Veit kündigt an, Samstag 9.2. mit Start um 14 Uhr Abfahrtslauf vom Schneebauer und Sonntag 10.2. ebenfalls Beginn um 14 Uhr Schauspringen auf der VITUS-SCHANZE am Muraunberg – Anmeldungen bei Josef Kampl. (VZ 5.2.1946)

 WSV Faakersee lädt zu Grenzland-Sprunglauf am 20.2. (VZ 9.2.1946)

 Ergebnislisten 1) Abfahrtslauf vom Schneebauer  –  Jugend  1. Platz Siegi Wulz WSV

Frauen  1. Platz Lisbeth Richter WSV –  Allgem.Klasse 1. Platz Herbert Werzer Atus

2) Sprunglauf – 1. Werner Koch  2. Max Freidl WSV  3. Siegfried Zwattendorfer WSV mit Schanzenrekord 31,5m (VZ 13.2.1946)

Ankündigung Länder-Schispringen in Eisenerz (mit St.Veiter Teilnehmer) (VZ 14.2.1946)        

Ankündigung Springen des WSV auf der Flattnitz für 16./17.3. (VZ 20.2.1946)

 Ergebnisse vom Springen auf der Flattnitz-Schanze (VZ 26.2.1946):  1. Hans Nogler, 3. Otto Doujak, Velden, Helmut Bildstein und Otto Doujak, beide Velden springen in Seefeld/Tirol in die österreichische Spitze!

Ankündigung Bezirksmeisterschaft auf der Flattnitz für 23./24.3. Zitat: „Abfahrt der Rennläufer mit Auto ab Hauptplatz. Für Unterkunft ist gesorgt. Lebensmittelkarten, Eßbesteck sowie eine Decke pro Mann sind mitzubringen.“ (VZ 15.3.1946)

Ankündigungen des Landes Schiverbandes (VZ 23.10.47) und zwar: 26.12.47 Stephani-Springen in Faak-Rattnitz        

1.1.1948 und 29.2. 1948 in Möltschach                                                                                                                                                                                                            8.2.1948 Internationales Springen auf der Sattnitzschanze 

Schneemangel in St.Veit dürfte eine Terminansetzung nicht zugelassen haben  St.Veiter Athleten treten aber auswärts an.

 Auch in Faak drohte eine Absage. (VZ 28.12.47) Die Konkurrenz fand trotz ungünstiger Witterung statt und brachte laut …..

NZ 28.12.47   folgende Ergebnisse: Allgem. Klasse II 1. Springer ESV St.Veit  37 und 35,5 Meter, Note 197,5 – 2. Pirker Faak  34 und 34,5 Meter, Note 186,9 – 3. Trixl VSV           

 Allgemeine Klasse I – 1. Martitsch     Note 220,0 – 2. Mayer VSV Note 212,5 – 3. Doujak      

Überschrift „Springer Elite in Villach am Start“ Ankündigung des Ersten verbandsoffenen Springens des Jahres Möltschach 1.2. 14 Uhr (VZ 22.1.1948)

 Schweiz verweigert Bubi Bradl Einreise und Teilnahme an der Olympiade von St.Moritz. Norwegen und Holland bringen vor, Bradl sei Obersturmführer der SA gewesen. Bradl entgegnet, er wäre ohne sein Zutun und allein angesichts seiner sportlichen Erfolge der SA eingegliedert worden. (VZ 23.1.1948)

 Norwegen und Schweden ziehen ihre Proteste zurück. (VZ 27.1.1948)    Otto Doujak aus Velden ist Olympiateilnehmer in St.Moritz.                             Ein Norweger wird Olympiasieger – Bradl war nicht am Start! (VZ 8.2.1948)

 Zum vereinsoffenen Länderspringen in Möltschach sagen sich neben den Kärntner Größen:  Kostner, Elsigan, Gustl Mayr, Bildstein, Doujak und Hardwiger auch die besten Tiroler und Salzburger an. (VZ 26.2.1948)

Turn- und Sportunion St.Veit lädt für 7.3. zum Spezialsprunglauf auf VITUS-Schanze – Nennungen an Herrn Kampl. (VZ 2.3.1948)

 Bubi Bradl siegt mit 93 und 97 Meter auf der italienischen Riesenschanze in Ponte di Legno – beste Kärntner in dieser internationalen Konkurrenz sind Karl Maritsch als siebenter und Otto Doujak als achter .(Olympia-Revanche!) (VZ 3.3.1948)

 Stephani-Springen in Faak – Allgemeine Klasse II: 1. Hubert Pirker Faak   36,0 und 34,5 Meter  2. Walter Springer, St.Veit  33,5 und 32,5 Meter

Allgemeine Klasse I: 1. Karl Martitsch, Faak   37.0 und 36,5 Meter 2. Siegi Kostner, Askö Villach  3. Otto Doujak, Velden  4. Helmut Bildstein, Atus Velden (VZ Dez.1948)

 „Mit Holzschiern vom Muraunberg geflogen“ von Philipp Novak (KLZ 4.2.2000)

 Zu den bereits genannten Kempen der ersten, der älteren Springer-Garde wie Walter Springer, Siegfried Zwattendorfer, Max Freidl, Hannes Schipfer und Ing. Gerhard Zemrosser zählen mit Einschränkung noch Hans Mrak, Franz Moser und Hermann Macher. Der aktivste, erfolgreichste und am öftesten auswärts angetretene St.Veiter dürfte wohl Walter Springer sein. Hans Mrack, Teilnehmer des legendären Glockner-Rennens, hatte seinen Schwerpunkt eher im Alpinen Schilauf und Hermann Macher startete unter einem Klagenfurter Verein. Sportliche Multitalente waren sie aber allesamt.

 Wenn wir nun noch zur zweiten, der jüngeren Springer-Garde kommen wollen, dann ist das in jedem Falle mit dem Bau der neuen, etwas größeren VITUS-Schanze am Muraunberg in Verbindung zu bringen. Für die Planung dieser Anlage war Ing. Norbert Piuk verantwortlich. Die Bauzeit wird wohl mit 1949/50 anzusetzen sein. Da der Schanzenname ganz offensichtlich mitwanderte, bürgerte es sich ein, von der alten Schanze nahe vlg. Steiner in Unterbergen gelegen, einmal als Siegfried-Zwattendorfer-Schanze, ein andermal wieder als Hannes-Schipfer-Schanze zu sprechen. Daß sie aber ursprünglich VITUS-Schanze hieß, beweisen die zitierten frühen Zeitungsmeldungen.

 Zur jungen Garde zählt möglicherweise auch noch Ing. Gerhard Zemrosser, sicher aber Walter Moser, Herbert Mulle, Reine Hafner, Othmar Petz, Andy Wohlfahrt und Siegi Wulz, der noch eine interessante Erinnerung preisgab: Der Muraunberghang, dort wo die zweite, die der Stadt wesentlich näher gelegene neue Sprungschanze entstand, wurde von den Besatzern 1945/46 zwecks Heizmittelbeschaffung großflächig kahlgeschlägert. Dabei hat man den St.Veitern fürs Holzmachen folgendes Angebot gemacht: zehn Festmeter für die Engländer, zwei Festmeter für den eigenen Ofen!

 Wie und warum endete Mitte der fünfziger Jahre die stolze Zeit des Schisportes in St.Veit? Man sagt, die neue Schanze hätte die Springer nicht mehr so gefreut wie ihre Vorgängerin. Doch abgesehen von kleinlichen politischen Querelen, die es leider auch gegeben hat, war es wohl in erster Linie die immer bessere Erreichbarkeit der neu aufstrebenden, entfernteren Schizentren mit modernen Aufstiegshilfen. Die Zeit der Idealisten, die alles ihrem Sport zu opfern bereit waren, ging zu Ende. Dabei hätten die Burschen damals Startgelder und Siegesprämien bei Gott nötiger gehabt als ihre heutigen Zunftkollegen.

Walter Wohlfahrt in „St. Veit Kommunal“ November 2000

Alte Stadtwache

Mai 24, 2012 um 14:37 | Veröffentlicht in St.Veit | Hinterlasse einen Kommentar
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 Es ist wohl einleuchtend, daß eine alte Stadt wie die unsere schon früh eigene Organe für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung benötigte. Richter und Magistrat waren immerhin Errungenschaften der ältesten Zeit, wenn diese auch fast ausnahmslos die Rechtsbeziehungen von und unter den behausten Bürgern zu regeln hatten. Wer war aber damals für das einfache Volk zuständig? Da muß man wohl sehr weit zurückblättern, sofern überhaupt noch etwas darüber zu finden ist!

 Die Ratsprotokolle von 1752-1756 – sie befinden sich jetzt im Kärntner Landesarchiv –  enthalten diesbezügliche Beschlüsse des Jahres 1756 unter den Foliozahlen 58, 167 und 222. Ein einziger Eintrag sei stellvertretend zitiert. Es geht dabei um Johann Roßmann, Petlrichter, der angeblich damals „schon vor sieben Jahren zu diesem Dienste aufgenommen worden“ und mit dem ersten Kleid, sprich Dienstuniform, beteilt worden war. Sein Ansuchen um eine neue „Libarey“ (Libree = Uniform) wird vom Rat dahin beschieden, daß ihm ein neuer Rock gegeben werde und ihm der Schwarzrock (Kaufmann, selbst Ratsmitglied und zeitweilig sogar Bürgermeister) eine Hose liefern solle. Zur Deutung des Begriffes Petlrichter ist ein Judenburger Ratsprotokoll – siehe „Steirischer Wortschatz“ von Theodor Unger, Graz 1903 – vielleicht hilfreich. Dort wird der Bettelrichter im Zusammenhang mit Schelmen und Dieben genannt. Demnach hätte also unser guter Roßmann wohl hauptsächlich auf diese Klientel sein waches Auge zu werfen gehabt.

 Die Jahres-Rechnung der Stadt von 1849/1850 hat zwei Turmwächter und zwei Platzwächter auf der „Lohnliste“. Man wird nicht weit fehl gehen, in den Turmwächtern die im Dienste schichtweise abwechselnden Männer für den Feueralarm, in den anderen die für die allgemeine Sicherheit Zuständigen zu erblicken. Wie immer die Namen für den Wachkörper offiziell  auch lauteten werden,  für Ordnung war gesorgt. Friedrich Knaus schreibt in seinen Lebenserinnerungen, daß zu Ende der 1860er Jahre die Funktion der Nachtwächter durch den Polizei-Mann Legat ersetzt worden sei. Altbürgermeister Dr. Spöck erwähnt in seinem Bericht (Seite 120), daß es im Jahre 1912 einen Polizei-Wachtmeister und zwei Wachmänner gegeben hätte. Von einem Statut und einer Dienstvorschrift der Städtischen Sicherheitswache des Jahres 1897 berichtet übrigens das jüngst digitalisierte Stadtarchiv! Letzteres ist sogar zunehmend ergiebig, indem 1909 von einer Statistik der Jahrestätigkeit, 1913 über eine Anfrage wegen Bezügen und Dienstinstruktionen, gerichtet an die Stadt Gmunden die Rede ist, bzw. 1914 ganz allgemeine Erkundigungen zur Polizei-Wache in Brixen/Südtirol eingeholt werden. 1915 wird ein Aushilfswächter am Turm, in der Person des Franz Puschnig, angestellt. Die Feuerwache befand sich zu jener Zeit bereits im Kirchturm der Evangelischen Kirche, wo es schon deutlich wohnlicher war als im Turm der Stadtpfarrkirche, wobei die Stadt aus diesem Grunde auch einen entsprechenden Beitrag zum Turmbau geleistet hat.

 In den Krisenjahren 1918 bis 1920 hört man nur von einer „Bürgerwache“ , also einer Art Selbsthilfeorganisation, welche die Stadtbewohner vor Plünderungen und Übergriffen zu schützen trachtete. Erst 1921 kann man wieder von geregelten Verhältnissen sprechen. Es gibt eine Sicherheitswache mit 3 Wachmännern. Einer davon wird wohl das Kommando innegehabt haben. In diesem Jahr kommt es kurioserweise zum Beschluß, für die Ergreifung von Schleichhändlern etc. der Sicherheitswache und Gendarmerie eine Prämie auszusetzen. Von 1925 bis 1931 heißt es nur noch „Städtische Sicherheitswache“ und zwar geht es 1926 und 1929 jeweils um einen Jahresrapport und um den Autoverkehr (!), 1928 um verschiedene Verordnungen, wie etwa solche zur Stadthygiene, 1930 um Gehaltsfragen und 1931 um einen umfassenden Tätigkeitsbericht. Einen Einblick in die verschiedensten Dienstobliegenheiten der Städtischen Sicherheitswache bietet ein Auszug aus dem Jahresrapport von 1928, welcher vom Revierinspektor Johann Plöb persönlich gezeichnet wurde. Er lautet in Stichworten wie folgt: Betrug, Sittlichkeitsdelikte, Einschränkung der persönlichen Freiheit, Wachebeleidigung, Entweichung aus dem Elternhaus, 90mal Trunkenheitsexzesse,

1 Brand, 2 Selbstmorde, in Summe rund 20 Anzeigen, Einhebung von Lizenzgeldern für Sperrstundenüberschreitung, von Standgeldern an Wochenmärkten sowie von Strafmandaten und einiges mehr. Es ist ein weites Betätigungsfeld, was sich hier abzeichnet. Eine Notiz vom Mai 1933 in den städtischen Analen, entbehrt auch nicht einer gewissen Heiterkeit: Josef Klimbacher erwartet die Befreiung von der Hundesteuer, weil er außerhalb der Stadt wohnt und mit einem Schutz durch die Stadtwache nicht rechnen könne…… Dazu sollte man wissen, daß die seit 1850 bestehende Gendarmerie tatsächlich die längste Zeit nur für die Vorstädte und darüber hinaus, nicht aber für die Innenstadt zuständig war. Auch haben die Gendarmen nicht ganz zufällig ihren Sitz bis heute noch und nur mit einer einzigen, kurzzeitigen Ausnahme           a u ß e r h a l b  der Stadtmauern!

 Im April 1929 wird Johann Plöb, seit 1.1.1902 als Wachmann der Städtischen Wache im Dienste der Gemeinde, gemäß Bescheid der Landesregierung vom Dienste enthoben, „obwohl er sich nichts zuschulden kommen hat lassen!“ Ab 2 Mai dieses Jahres fungieren Georg Platzer, vermutlich als Kommandant, sowie die Wachmänner Arnold Thomas, H. Baumgartner, Richard Grabner und Florian Raninger, also in der Stärke von fünf Mann.

1936 – wir befinden uns inzwischen in der Zeit des Austro-Faschismus – hören wir davon, daß Josef G. wegen grober Verletzung der Dienst- und Standesvorschriften von der BUNDESSICHERHEITSWACHE entlassen wird, eine offenbar politisch motivierte Maßnahme. Die neue Bezeichnung des Wachkörpers ist entsprechend hervorgehoben.Von Interesse mag auch noch ein Beschluß des Jahres 1936 sein, wonach die Organmandatsstrafen auf jene Höhe angehoben werden sollen, wie bei der Gendarmerie bereits in Geltung..

 Zum Abschluß noch eine, wenn auch nicht vollständige Liste der länger gedienten und daher noch namentlich bekannten Stadtpolizisten: Franz Pucher, Georg Platzer, N. Roth, dessen Sohn beim Juli-Putsch 1934 dabei war, N. Jechart, er malte angeblich – und wenn sich mein Gewährsmann richtig erinnert – 1945 nicht Bilder, sondern Titosterne auf einige Häuser, Jakob Ebner, Hans Trixner, N. Juri, N. Selmaster, Johann Schuster, Ernst Mertelj, Hubert Heilig, Hans Wolf, Georg Koller und Stefan Robinig. Das Kommando hatten seit 1945 N. Selmaster, der wiedereingestellte N. Preißegger und bis zum Ende Polizeibezirksinspektor Alois Petautschnig.

 1971 wurde die inzwischen Stadtpolizei genannte und zuletzt fünf Mann starke Einrichtung der Stadtgemeinde endgültig aufgelöst und der Gendarmerieposten St.Veit hatte von nun an die alleinige Zuständigkeit für alle Belange der öffentlichen Sicherheit innerhalb und außerhalb der Stadtmauern. Die Ereignisse rund um die Postenauflösung wären ein eigenes Thema und sollen einer späteren Behandlung vorbehalten bleiben. Nur so viel, wäre die „Chemie“ zwischen den Hauptakteuren von damals eine bessere gewesen, so hätte St.Veit gleich wie viele andere, selbst kleinere Städte, noch immer ihre eigene Stadtpolizei.

Walter Wohlfahrt

Zur Schwarzen Muttergottes…..

Juli 28, 2011 um 16:31 | Veröffentlicht in St.Veit | Hinterlasse einen Kommentar
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…oder von dort weiter auf einen der beiden Muraunberge führen interessante, in letzter Zeit zum Teil aufwendig gesicherte Spazierwege. Von der Kapelle weiter gibt es mindestens drei Varianten. Links gelangt man am Zaun des Pulvermagazins des Bundesheeres vorbei über die Höhe zum Murauner, geradeaus nach Zwischenbergen – wie treffend ist dieser Ortsname – und rechts hoch geht es auf die Weberitsch Höhe mit schönen Ausblicken auf die Stadt.

 Nun hört man, auch St.Veit soll einen Link zum Hemma-Weg bekommen und der könnte, nicht unpassend von Süden her – einer alten Verbindung folgend – an der Gnadenstelle und an dem „Brünnlein“ vorüber führen. Was weiß man eigentlich von diesem kleinen Bau der Andacht, außer daß jährlich mindestens einmal eine Prozession der Stadtpfarre dort hin unterwegs ist? Manchmal spielt der Zufall mit und im Konkreten ist es gar ein Straffall, der uns zumindest teilweise zu einer Antwort verhilft.

 Im Jahre 1892 saß nämlich ein gewisser Albert Kohlweg als Angeklagter vor dem Richter. Ihm wurde vorgeworfen, die Kapelle zur Schwarzen Muttergottes aufgebrochen und beraubt zu haben. Die Sache wäre an sich relativ einfach gewesen, doch bei Gericht und vor dem Gesetz ist es meist etwas kompliziert. Dem Richter war nämlich nicht klar, welcher Paragraph gegen den armen Sünder anzuwenden wäre, weil es einen Unterschied macht, ob die entwendeten Sachen kirchliches oder privates Eigentum darstellten. In ersterem Falle hätte die Strafe schwerer ausfallen müssen. Um richtig entscheiden zu können, gab es also von Seite des Gerichtes eine offizielle Anfrage beim Stadtpfarramt. Antwort und Strafakt sind längst den Weg allen Irdischen gegangen, wie ja immer noch für Bedürfnisse eines jeden Geschichtsfreundes viel zu viel Wertvolles einfach weggeworfen wird. Doch der Herr Stadtpfarrer, es war dies kein geringerer als Dechant Gabriel Lex, Ehrendomherr, bischöflich geistlicher Rat, hat auf der Rückseite der Anfrage penibel mit Bleistift vermerkt, was er zu antworten gedachte und so vernehmen wir:

 Besagte Kapelle liegt im Bereich der Pfarre Hörzendorf, wurde 1864 erbaut und am 17.7. des nämlichen Jahres von Franz Franziski, nebenbei Kärntens berühmten Volkskundler und damals Inhaber des Gleismüllerschen Benefiziums, ex oblationibus fidelium (als fromme Stiftung?) eingeweiht. Dieses Datum scheint auch am Sockel der Statue auf. Erbauer waren die Eheleute Vinzenz und Barbara Trixner, geborene Florian.

 So weit die Notiz des geistlichen Herrn. Dazu vielleicht einige Anmerkungen. Die alte Stadtgrenze verläuft zwar in Richtung Kollerhof, St.Andrä und schließt den Muraunberg ein, pfarrlich aber war Hörzendorf für dieses Gebiet zuständig. Franziski hat nicht nur so manches über die Stadt, sondern sogar über die Passionsspiele der Gegend aufgezeichnet. Das Benefiziatenhaus und somit seine damalige Wohnung lag in der Bräuhausgasse (heute Fam. Bodner). Die Erbauerfamilie Trixner stammte aus St.Veit und bewohnte das Haus Klagenfurter Vorstadt 23 genannt Mollei-Keusche. Heute stehen dort die Häuser Klagenfurter Straße 69 und 71 auf alter Baufläche 327. Man wird auch nicht weit fehlen, wenn man annimmt, daß dort am Muraunberg zuvor schon, am Gehweg nach Süden, ein einfaches Bild und ein Brünnlein vorhanden waren. Ein südlich davon gelegener Staudamm ist zwar nicht mehr sichtbar, muß jedoch gebraucht worden sein, denn tiefer unten am Bach lag die sogenannte Schwerspat-Mühle, zur Bleiweißfabrik gehörend. Für diese hätte die normale Wasserschüttung gewiß nicht ausgereicht. Vielleicht hat sich dadurch im Oberlauf des kleinen Gerinnes, im linken Berghang ein Wassergang ergeben, der dann bei der Kapelle nur knapp höher als das Bächlein selbst austreten konnte. Das Brünnlein wurde laut Auskunft des Städtischen Wasserwerkes zuletzt zweimal bakteriologisch untersucht und es gab keine Beanstandung. Woher die Zuleitung kommt und ob es dazu eine eigene Quellfassung gibt, ist nicht bekannt aber eher unwahrscheinlich.

Daß irgend eine fromme Seele ein Schwarze-Muttergottes-Bild von einer Wallfahrt mit- und an einem Baum dort oben angebracht hat, würde durchaus altgewohnter Manier entsprechen. Die berühmtesten Schwarzen Madonnen gibt es bekanntlich in Altötting/Baiern, in Tschenstochau/Polen, ja sogar mehrmals in Spanien. Die dunkle Färbung der Bilder und Statuen führt man darauf zurück, daß Wachslichter während der langen Verehrungszeiten zu Verrußung und Schwärzung beigetragen haben, was hier natürlich nicht zutreffen kann, weil die kleine Statue von Haus aus in der Art geschaffen wurde.

 Noch ein Wort zur Quelle und zur Ansage des ORF Studio Klagenfurt zu „Orte der Kraft“. Ein Ort der Kraft kann ein jeglicher Platz sein, wo vertrauensvolle Gebete und Andachten gehalten werden, was dort auch jüngere Gedächtnisse der Familien Strutzmann und Herzele am Wege  beweisen.    X/2006

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