Unser Stadtgraben

Februar 11, 2011 um 16:42 | Veröffentlicht in St.Veit | Kommentare deaktiviert für Unser Stadtgraben
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Seit 1228 ist St.Veit bereits von einer Stadtmauer umschlossen und mit starken Toren bewährt. Von Anfang an dürfte zur Erhöhung der Sicherheit ein tiefer Graben der Mauer vorgelagert gewesen sein. Seit wann man diesen Graben mit Wasser des Obermühlbaches gespeist hat, ist nicht bekannt, wohl aber, daß ein solcher Wassergraben zusätzlichen Schutz für die Stadtmauer bot. Des Stadtgrabens erste Funktion war also eine fortifikatorische, also eine solche zur Verteidigung.

Wenn aber schon einmal Wasser da war, dann könnte man ja auch eine weitere Nutzung ins Auge fassen, dachten sich die alten St.Veiter. Siehe da, im Ratsprotokoll vom 6.4.1712 findet sich die folgende Eintragung: von den Stadtgräben soll der obere mit Hechten und Wallern, der untere mit Karpfen in etwas geringerer Zahl als vorher, angesetzt werden. Damit steht außer Zweifel, daß lange davor und auch noch eine gute Zeit danach, der Stadtgraben voll Wasser und Fischen war.

Im Jahre 1828 hat man den neuen Grundkataster angelegt und darin alle Grundstücke mit Nummern versehen. Zu jener Zeit zählte man im Graben rund um die Stadt bereits 33 Gartenparzellen. Das heißt, das Wasser ist inzwischen abgelassen und der Grabenboden für verschiedenste Kulturzwecke bereitet worden. Es gab – und gibt sie teilweise noch – die schönsten Obst- und Gemüsegärten. Im unteren Bereich wurde durch Schüttungen das Niveau vorher beträchtlich gehoben. Lediglich östlich des Feuerwehrtores, im ehemaligen Vorarberger Garten, heute Parkplatz, und auch parallel zur Volksschule gibt es noch deutliche Vertiefungen.

Weitere neue Nutzungen im Grabenbereich folgten und reichten von Bauplätzen (Wank, Unterer Platz 12 – Alte Sparkasse und Löcker-Haus, beide Herzog Bernhard Platz) über Sitzgärten und Parkplätze bis hin zu neuen Tor-Zugängen und Ruhezonen mit Brunnen. Übrigens, wer heute in der „Toscana“ eine Pizza ißt, sitzt noch mitten im Stadtgraben! Der neueste Hit ist eindeutig die Schaffung eines Erholungsraumes an der oberen Stadtmauer durch Auflassung bisher dort befindlicher Gärten. Waren diese bislang eher sehr diskret und privat genützt, oftmals nicht einmal einsehbar gewesen, so werden bald neu gestaltete Flächen allen Bewohnern und Gästen der Stadt zur Verfügung stehen. So gesehen bekommen wir damit zumindest zum Teil eine ganz und gar neue Qualität unseres Stadtgrabens.

Neben den traditionellen vier Stadttoren – künstlerische Werke erinnern inzwischen vollzählig daran – weißt die untere Stadtmauer inzwischen vier weitere Zugänge auf, drei öffentliche und einen privaten. Dagegen war das Bundesdenkmalamt im Jahr 1930 noch sehr streng, und hat einer Therese Pichler, Bräuhausgasse 13 und einer Sofie Rom, Bräuhausgasse 15 die teilweise Abtragung der Stadtmauer nicht gestattet. Gerade in diesem Bereich erstrahlt nun die Stadtmauer nach wochenlanger Restaurierung durch die Baufirma Wohlfahrt in neuem Glanze.       X/2004

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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