Bomben vor 70 Jahren auf St. Veit/Glan

November 22, 2014 um 02:02 | Veröffentlicht in St.Veit | Hinterlasse einen Kommentar
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Vor 70 Jahren kam es zum ersten schweren Bombenabwurf auf die alte Herzogstadt, genau am 16. Oktober des Jahres 1944. Der nahe und totale Zusammenbruch zeichnete sich zwar schon deutlich ab, doch sollten noch verlustreiche sieben Monate bis zum „Endsieg“ vergehen, an den total Fanatisierte bis zum Schluss glaubten. Wer von der Niederlage überzeugt und unvorsichtig genug war, dies offen auszusprechen, konnte angezeigt werden und sein Leben verwirken. Es sind mehrere Aschenurnen mit bezeichnenden Absendern in St. Veit eingetroffen und im Totenbuch vermerkt!
Die schrecklichen Ereignisse am Fuße des Muraunberges betrafen einheimische und fremdländische Arbeiter nicht nur der Raketenfabrik Liebenwein, sondern – wie neueste Quellen ergeben – auch solche der „Kärntner Bau Gesellschaft“ (eine ARGE der Firmen Hans Wank und Wilhelm Tauche?) Diese neue Quelle weist insgesamt 36 Todesopfer aus, egal ob sofort oder erst nach Tagen zu Tode gekommen, egal ob Inländer oder Fremde. Die Namen der ausländischen Opfer finden sich übrigens nicht vollzählig am St. Veiter Soldatenfriedhof, genau dort, wo dieser Tage Grablichter, gespendet von Herrn Hans Liebenwein, das Gedächtnis wach halten. Wie weit es sich dabei um freiwillige Gastarbeiter (es gibt konkrete Hinweise auch in diese Richtung) oder zumindest teilweise um Zwangsarbeiter handelte, wird wohl kaum noch zu klären sein, weil Meldeunterlagen während des Zusammenbruches verschwunden sind. Eine Meldung an das Hochwürdigste Ordinariat, St.Veit am 20. X. 44 . von Dechant Felix Fiebinger unterfertigt, sagt dazu „Am 16. Oktober wurde St.Veit vormittag von einem amerikanischen Bomberverband angegriffen. Die Bomben fielen zwar längs des Bahnkörpers, aber weit weg davon. Todesfälle waren 33 zu beklagen, einer „gottgläubig“ alle anderen katholisch. 28 waren sofort tot, 5 starben im Krankenhaus nachdem sie versehen waren. Gleich nach dem Angriff wurde allen Schwerverwundeten die Lossprechung gegeben und die Hl. Ölung, am nächsten Tag die Hl. Kommunion. Schwerverwundete waren 26, leicht verletzte 23. Die von den Bomben Getöteten und Verletzten waren alle in einen Wald geflüchtet anstatt in einen Luftschutzraum. Es fehlte an solch geeigneten Räumen. Die meisten Verletzten sind Arbeiterinnen der Raketenfabrik und Ausländer wie Italiener, Slowenen, Franzosen, Kroaten und Polen. Die Beerdigung fand statt am 18. X. um 3 Uhr nachm. für die Ausländer ein Staatsakt, darauf die kirchliche Einsegnung welche ein Anführer der Faschisten verlangte um 5 Uhr Staatsakt für Reichsangehörige darauf die kirchliche Einsegnung und am nächsten Tag wegen eingetretener Dunkelheit (!) für die Ausländer. Später tot Gefundene und Gestorbene wurden am Samstag beerdigt. Trauergottesdienst am Sonntag. Es fielen gesamt 81 Mienen (besser: Splitterbomben), die 8 ½ Kilo schwer die größten Verluste erzeugten, dann 12 Bomben 1000 Kilo schwer, 8 Bomben mit 250 Kilo, 41 leichte mit 50 Kilo. Beschädigt wurden zwei Häuser (besser: Holzbaracken) schwer, sieben mittel, 40 leicht. Dies nach Bericht der Luftschutz Polizei, welcher mir die Daten gab für das liber memorabilium. Volltreffer in einem Hause war keiner.“
Es existiert auch noch ein amtlicher, undatierter, doch schon vom neuen Bürgermeister Polanz gefertigter Gesamtbericht. Dieser spricht von insgesamt 4 großen und 5 kleinen Fliegerangriffen auf St.Veit, sowie von in Summe 66 Toten, 20 Schwer- 35 Leicht-Verletzten. Die Personenschäden waren also für alle folgenden Abwürfe insgesamt nicht mehr so hoch wie beim ersten Angriff. Wohl heißt es jetzt von Gebäudeschäden: „Fabriken 4, Wohngebäude mit Totalschaden 62, schwer beschädigt 74, mittelschwer 103 und leicht 307“. Die Zahl der Obdachlosen wird mit 390 angegeben.
Die oben erwähnte neue Zusammenstellung ist undatiert und ebenfalls von Pfarrer Fiebinger gezeichnet. Sie erfordert Richtigstellungen gegenüber der Oktober-Nummer des „Monatsblattes“ und eine Neufassung inklusive hinsichtlich Schreibung von Personennamen gegenüber der dort beigegebenen Tabelle:
Opferliste, Herkunft, Geburtsdaten, Wohnung
Josefine Schnaider, Fiume, 15.3.1928, Lager Liebenwein
Anna Suban, Triest, 3.6.1926, Lager Liebenwein
Dominik Marisic, Opatie Selo, 27.9.1924, Feldgasse 19 *)
Anton Laginja, Klana am Karst, 25.9.1922, Feldgasse 19 *)
Mario Samsa, Triest, 21.4.1914, Feldgasse 19 *)
Enrico Piesenti, Italien, 13.8.1920, Feldgasse 19 *)
Jakob Seatelj, Triest, Villacherstraße 32
Viktor Prosdocimo, Pasiano, 20.10.1919, Ad.Hitler Platz 17
Johann Jeric, Laibach, 26.5.1925, Feldgasse 19 *)
Stanko Zoretic, Jelenice bei Laibach, 6.6.1912, Feldgasse 19 *)
Bartl Stirn, Vodice Oberkrain, 11.4.1927, Weindorf bei Althofen +)
Alois Stare, Vodice, Oberkrain, 21.6.1913, Feldgasse 19 +) *)
Katharina Eimedi, Krim, 21.6.1913, Lager Liebenwein
Tamara Borowitsch, Alusta, Rußland, 12.11.1917, Lager Liebenwein
Maria Kołodziejczyk, Tersten (nahe Krakau), 19.5.1919, Lager Liebenwein ++)
Nelli Kołodziejczyk, Tersten, 12.12.1916, Lager Liebenwein ++)
Semion Semkia, Liskowc Rußland , 11.7.1907, Russenlager Launsdorf
Luzia Flajder, Triest, 14.12.1927, Lager Liebenwein
Marcel Launay, kriegsgef. Franzose, 29.3.1909, Franzosenlager St.Veit +)
Lilli Pirone, Triest, 7.7.1924, Lager Liebenwein, im Krankenhaus gestorben wurde mit drei
Rochus Perchtold, Grenadier 1. Stamm Kp, aus Strojna bei Prävali, 19 Jahre, Res.Laz.Klgft +)

*) mit Sicherheit Arbeiter der Kärntner Bau Gesellschaft
+) diese 4 Opfer fehlen am Soldaten-Friedhof
++) Besonders tragisch, ist der Tod zweier
Schwestern aus dem heutigen Polen

Der Vollständigkeit halber und um die Quelle, welche in jeder Hinsicht glaubhafter wirkt, weil sie zu ruhigerer Zeit und nicht gleich nach den aufregenden Tagen abgefasst worden ist , folgen hier noch die zivilen („deutschen“) Opfer, wobei ein Beschäftigungsverhältnis bei Liebenwein nicht in allen Fällen zu erwarten ist:

Lorenz Scheinig, Kappel am Krapfeld, 3.8.1902, St. Veit Oktoberplatz 3
Maria Knichtl, 10.7.1905, Althofen 5
Auguste Niedermesser, 16.5.1925, Althofen 67
Maria Popitsch, Kreut bei Villach, 30.1.1906, St.Veit, Einsiedlerstraße
Eleonore Sima, Strelz Kärnten, 19.9.1922, St. Sebastian 8
Kathi Schmiedt, 7.9.1920, Goggerwenig 23
Mathilde Troicher, Deutsch Griffen, 10.3.1892, St.Veit, Neubaugasse 5
Im Krankenhaus verstorben:
Josefine Petscher, St. Veit, A.H. Platz
Maria Todem, Dreifaltigkeit 10.8.1916, wohnhaft gewesen in Sand, „gg“
Gertraud Fischer, Goggerwenig 3
Maria Salcher, Sandhof Reipersdorf
Anna Kampl, Lieding Straßburg, 16.2.1923, wohnh. gew. In Völkermarkterstr. 24
Gertrude Fuchs, geb. Robinig, 10.8.1914, St.Veit, Mühlgasse 7
Karoline Mischkulnig, 26.5.1925, St. Sebastian
Julie Archer, St.Veit 15.5.1909, Völkermarkterstr. 27

Pfarrkaffee 004

Pfarrkaffee 005

Pfarrkaffee 007

Pfarrkaffee 009

Pfarrkaffee 010

Pfarrkaffee 001

Bildtexte von oben nach unten:
Schießstatt-Allee mit Blick auf Leuchtraketenfabrik u Muraunberg
Fabriksanlage von Süden
Arbeiterinnen mit Hund in ihrer Freizeit vor Wohnbaracke
Bombentrichter vor Wohnbaracke
Grablegung der fremden Opfer am St.Veiter Friedhof vor Umbettung
Soldatenfriedhof St.Veit/Glan, Teilansicht

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Wintersport in und um St. Veit/Glan

Juni 5, 2012 um 17:01 | Veröffentlicht in St.Veit | 1 Kommentar
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Sie haben richtig gelesen. St.Veit war in der Tat ein frühes Zentrum des Wintersportes. Wir müssen nur zeitlich ein Stück zurückgehen und wir erkennen die erste Phase in der Zwischenkriegszeit mit Ausklängen bis zu Kriegsbeginn und die zweite Phase sofort nach 1945. Eine tragende Säule zu Beginn bildete dabei neben einzelnen Idealisten, der Turnverein St.Veit. So gab es am Sonntag, den 29.1.1928 den Ersten Schi-Abfahrtslauf vom Schneebauer am Sörgerberg bis hinab nach St.Veit! Erste Versuche im Sprunglauf fallen in die 30-er Jahre und von dieser Disziplin soll hier ausschließlich die Rede sein.

Der Lokal-Pionier im Bau von Sprungschanzen war Hannes Schipfer (1908-1985), Kunstschlosser, später Busfahrer von Beruf. Seine ersten jugendlichen Sprungversuche machte er im Kreise gleichgesinnter Vorstadtfreunde am sogenannten Schwarzkogel. Diese Örtlichkeit liegt zwischen dem Weg zum Pualler-Hof und der Stelle wo sehr viel später Dir. Josef Jäger seine Villa gebaut hat. All zu oft dürfte die Schneelage wohl nicht geeignet gewesen sein, aber es gab mitunter auch lange und kalte Winter.

 Noch im Winter 1945/46 wagte man sozusagen den Sprung über die Glan und errichtete am Nordhang des Muraunberges, also schattseitig, nahe Unterbergen die erste 40-Meter-Schanze. Wiederum war Hannes Schipfer Konstrukteur und Springer in einer Person. Hier formierte sich – wir wollen sie zur Unterscheidung so nennen – die Erste Springergarde. Trotz zahlreich geführter Interviews ist die Abgrenzung zur späteren und jüngeren, der Zweiten Springergarde nicht ganz leicht. Da Bild- und andere Dokumente jener Zeit leider sehr, sehr rar sind, wären Ergänzungen, Richtigstellungen und Fotos im Stadtmuseum sehr willkommen. Erstens, waren die Aktiven zwar sportliche Alleskönner, aber durch die Bank mittellose Burschen und zweitens besaß kaum jemand Fotoapparat und Filme. Viele hatten in jenen Tagen ganz andere Sorgen. Auch waren die Springer typische Einzelkämpfer. Vereinsorganisation und Funktionäre gab es anfänglich ebenfalls nicht. Es wäre ein Wunder, würde noch irgendwo und irgendwann ein Gruppen- oder Siegerfoto auftauchen! So muß man sich eben an die Erinnerungen noch lebender Teilnehmer und an die wenigen Berichte der Tageszeitungen (VZ=Volkszeitung, NZ=Neue Zeit, KLZ=Kleine Zeitung) halten, auch wenn man einst selbst als faszinierter Zuschauer unterem Schanzentisch oder im Auslauf gestanden hat.

Der WSV St.Veit lud alle Schiläufer zur Gründungsversammlung im Gasthof Trippolt, Oktoberplatz 3 am Freitag 25.1. um 19 Uhr 30 – Es wird ein Dreier-Vorstand bestehend aus Karl Tirof, Sepp Jost und Otto Schober gewählt. Hannes Schipfer ist Sektionsleiter und Josef Kampl Präsident.                       (VZ 25.1.1946)

 Ankündigung eines Kärntner Meisterschaftsspringens in Möltschach bei Villach für Sonntag 3. Feber. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß auch St.Veiter Springer dort an den Start gegangen sind. Eine Ergebnisliste fehlt leider.(VZ 31.1.1946)

 WSV St.Veit kündigt an, Samstag 9.2. mit Start um 14 Uhr Abfahrtslauf vom Schneebauer und Sonntag 10.2. ebenfalls Beginn um 14 Uhr Schauspringen auf der VITUS-SCHANZE am Muraunberg – Anmeldungen bei Josef Kampl. (VZ 5.2.1946)

 WSV Faakersee lädt zu Grenzland-Sprunglauf am 20.2. (VZ 9.2.1946)

 Ergebnislisten 1) Abfahrtslauf vom Schneebauer  –  Jugend  1. Platz Siegi Wulz WSV

Frauen  1. Platz Lisbeth Richter WSV –  Allgem.Klasse 1. Platz Herbert Werzer Atus

2) Sprunglauf – 1. Werner Koch  2. Max Freidl WSV  3. Siegfried Zwattendorfer WSV mit Schanzenrekord 31,5m (VZ 13.2.1946)

Ankündigung Länder-Schispringen in Eisenerz (mit St.Veiter Teilnehmer) (VZ 14.2.1946)        

Ankündigung Springen des WSV auf der Flattnitz für 16./17.3. (VZ 20.2.1946)

 Ergebnisse vom Springen auf der Flattnitz-Schanze (VZ 26.2.1946):  1. Hans Nogler, 3. Otto Doujak, Velden, Helmut Bildstein und Otto Doujak, beide Velden springen in Seefeld/Tirol in die österreichische Spitze!

Ankündigung Bezirksmeisterschaft auf der Flattnitz für 23./24.3. Zitat: „Abfahrt der Rennläufer mit Auto ab Hauptplatz. Für Unterkunft ist gesorgt. Lebensmittelkarten, Eßbesteck sowie eine Decke pro Mann sind mitzubringen.“ (VZ 15.3.1946)

Ankündigungen des Landes Schiverbandes (VZ 23.10.47) und zwar: 26.12.47 Stephani-Springen in Faak-Rattnitz        

1.1.1948 und 29.2. 1948 in Möltschach                                                                                                                                                                                                            8.2.1948 Internationales Springen auf der Sattnitzschanze 

Schneemangel in St.Veit dürfte eine Terminansetzung nicht zugelassen haben  St.Veiter Athleten treten aber auswärts an.

 Auch in Faak drohte eine Absage. (VZ 28.12.47) Die Konkurrenz fand trotz ungünstiger Witterung statt und brachte laut …..

NZ 28.12.47   folgende Ergebnisse: Allgem. Klasse II 1. Springer ESV St.Veit  37 und 35,5 Meter, Note 197,5 – 2. Pirker Faak  34 und 34,5 Meter, Note 186,9 – 3. Trixl VSV           

 Allgemeine Klasse I – 1. Martitsch     Note 220,0 – 2. Mayer VSV Note 212,5 – 3. Doujak      

Überschrift „Springer Elite in Villach am Start“ Ankündigung des Ersten verbandsoffenen Springens des Jahres Möltschach 1.2. 14 Uhr (VZ 22.1.1948)

 Schweiz verweigert Bubi Bradl Einreise und Teilnahme an der Olympiade von St.Moritz. Norwegen und Holland bringen vor, Bradl sei Obersturmführer der SA gewesen. Bradl entgegnet, er wäre ohne sein Zutun und allein angesichts seiner sportlichen Erfolge der SA eingegliedert worden. (VZ 23.1.1948)

 Norwegen und Schweden ziehen ihre Proteste zurück. (VZ 27.1.1948)    Otto Doujak aus Velden ist Olympiateilnehmer in St.Moritz.                             Ein Norweger wird Olympiasieger – Bradl war nicht am Start! (VZ 8.2.1948)

 Zum vereinsoffenen Länderspringen in Möltschach sagen sich neben den Kärntner Größen:  Kostner, Elsigan, Gustl Mayr, Bildstein, Doujak und Hardwiger auch die besten Tiroler und Salzburger an. (VZ 26.2.1948)

Turn- und Sportunion St.Veit lädt für 7.3. zum Spezialsprunglauf auf VITUS-Schanze – Nennungen an Herrn Kampl. (VZ 2.3.1948)

 Bubi Bradl siegt mit 93 und 97 Meter auf der italienischen Riesenschanze in Ponte di Legno – beste Kärntner in dieser internationalen Konkurrenz sind Karl Maritsch als siebenter und Otto Doujak als achter .(Olympia-Revanche!) (VZ 3.3.1948)

 Stephani-Springen in Faak – Allgemeine Klasse II: 1. Hubert Pirker Faak   36,0 und 34,5 Meter  2. Walter Springer, St.Veit  33,5 und 32,5 Meter

Allgemeine Klasse I: 1. Karl Martitsch, Faak   37.0 und 36,5 Meter 2. Siegi Kostner, Askö Villach  3. Otto Doujak, Velden  4. Helmut Bildstein, Atus Velden (VZ Dez.1948)

 „Mit Holzschiern vom Muraunberg geflogen“ von Philipp Novak (KLZ 4.2.2000)

 Zu den bereits genannten Kempen der ersten, der älteren Springer-Garde wie Walter Springer, Siegfried Zwattendorfer, Max Freidl, Hannes Schipfer und Ing. Gerhard Zemrosser zählen mit Einschränkung noch Hans Mrak, Franz Moser und Hermann Macher. Der aktivste, erfolgreichste und am öftesten auswärts angetretene St.Veiter dürfte wohl Walter Springer sein. Hans Mrack, Teilnehmer des legendären Glockner-Rennens, hatte seinen Schwerpunkt eher im Alpinen Schilauf und Hermann Macher startete unter einem Klagenfurter Verein. Sportliche Multitalente waren sie aber allesamt.

 Wenn wir nun noch zur zweiten, der jüngeren Springer-Garde kommen wollen, dann ist das in jedem Falle mit dem Bau der neuen, etwas größeren VITUS-Schanze am Muraunberg in Verbindung zu bringen. Für die Planung dieser Anlage war Ing. Norbert Piuk verantwortlich. Die Bauzeit wird wohl mit 1949/50 anzusetzen sein. Da der Schanzenname ganz offensichtlich mitwanderte, bürgerte es sich ein, von der alten Schanze nahe vlg. Steiner in Unterbergen gelegen, einmal als Siegfried-Zwattendorfer-Schanze, ein andermal wieder als Hannes-Schipfer-Schanze zu sprechen. Daß sie aber ursprünglich VITUS-Schanze hieß, beweisen die zitierten frühen Zeitungsmeldungen.

 Zur jungen Garde zählt möglicherweise auch noch Ing. Gerhard Zemrosser, sicher aber Walter Moser, Herbert Mulle, Reine Hafner, Othmar Petz, Andy Wohlfahrt und Siegi Wulz, der noch eine interessante Erinnerung preisgab: Der Muraunberghang, dort wo die zweite, die der Stadt wesentlich näher gelegene neue Sprungschanze entstand, wurde von den Besatzern 1945/46 zwecks Heizmittelbeschaffung großflächig kahlgeschlägert. Dabei hat man den St.Veitern fürs Holzmachen folgendes Angebot gemacht: zehn Festmeter für die Engländer, zwei Festmeter für den eigenen Ofen!

 Wie und warum endete Mitte der fünfziger Jahre die stolze Zeit des Schisportes in St.Veit? Man sagt, die neue Schanze hätte die Springer nicht mehr so gefreut wie ihre Vorgängerin. Doch abgesehen von kleinlichen politischen Querelen, die es leider auch gegeben hat, war es wohl in erster Linie die immer bessere Erreichbarkeit der neu aufstrebenden, entfernteren Schizentren mit modernen Aufstiegshilfen. Die Zeit der Idealisten, die alles ihrem Sport zu opfern bereit waren, ging zu Ende. Dabei hätten die Burschen damals Startgelder und Siegesprämien bei Gott nötiger gehabt als ihre heutigen Zunftkollegen.

Walter Wohlfahrt in „St. Veit Kommunal“ November 2000

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