Auf den Spuren der Felfernigg

August 25, 2020 um 17:33 | Veröffentlicht in St.Veit | 1 Kommentar

Der Stammvater der St.Veiter Felfernigge ist Josef, geboren 1767. Dieser erwarb 1827 das Haus Bräuhaus Gasse 5 .  Seit 1813 wird er im Bürgerbuch der Stadt  St. Veit als Drechsler, von Klagenfurt stammend, 46 Jahre alt und Inhaber eines Weinhandels geführt. Vorbesitzerin war Aloisia Fischer, geborene Pacher, Witwe nach dem bürgerlichen Tischlermeister Fischer. Ein Konnex zwischen letzterem und dem berühmten Altar-Schnitzer und Bildhauer Johann Pacher, einem Südtiroler ist nicht von der Hand zu weisen. Insofern war die Entscheidung des Josef, dem Drechsler, nach St. Veit zu ziehen, nachvollziehbar – eine Tiroler Weinstube mit entsprechendem Ausschank war vielleicht schon  vorhanden und zu übernehmen? Nach Ableben des Josef folgt 1841 im Besitz des Hauses Sohn Karl, Bürgerrecht seit 1844, und auf diesen 1862 der noch minderjährige Ferdinand Felfernigg,  geboren 19.2.1849 mit Bürgerrecht ab 1872. Ein zweiter Sohn des Karl war Franz , geboren 7.8.1953. Beide Geburten erfolgten dem Pfarrbuch nach im Hause Stadt 18 .

Im Haus Stadt 111 kam am 9.8.1899 Karl Friedrich F. zur Welt. Dessen Eltern werden mit Karl F. Kaufmann, geb. 11.7.1848 Sohn des Friedrich F. und Maria Remschnig, verw. Ettl. Deren Ehe wurde am 11.7. 1898 in Pfarre Hörzendorf geschlossen. Weitere Kinder der beiden sind Friederike F geb.am 27.3.1899 in Stadt 3. Karl bei dieser Geburt wird der Vater wie folgt genannt Carl F. Privater Sohn des Gastwirtes Friedrich F .

Zurück zum obigen Ferdinand F. In dessen Haus zog Maria Lattmanig als sogenannte Wirtschafterin ein. Weil aber der Herr Stadtpfarrer gegen jede Art von Konkubinat auftrat, wurde am 28.11.1892 geheiratet und zwar in Stadf 3/72. Der Bräutigam wird dabei als Caffetier, ehel. Sohn des schon verstorbenen Karl F. Weinhändler und der Theresia Pflegerl genannt. Von Maria Lattmanig hört man, dass sie am 11.3.1862 in Grassendorf vlg. Anderle Pfarre Sörg unehelich geboren ist. Ihre Mutter war die noch lebende Private Maria Lattmanig. Interessant in diesem Zusammenhang sind die zwei Trauzeugen: Anton Korpitsch, Kaufmann für den Mann und Josef Nagele, Gastwirt für die Braut. Sogenannte „Private“ waren ledig gebliebene Frauen, mit unbekannter Einkommensquelle, manchmal wohl auch für Liebesdienste. Ob im Falle Nagele Mutter oder Tochter tätig waren, bleibt offen und überhaupt hat oft der Wirt den Beistand gern gemacht, wenn man auch die Hochzeitstafel dort ausrichten ließ. Maria Lattmanig verw. Felfernig ging eine zweite Ehe ein und zwar mit dem Witwer Mathias Kowatsch, Eisenbahner, geboren 11.5.1863. Dabei wurde die Mutter der Braut als Besitzerin am Goggerwenig, schon verstorben, die eheliche Wohnung hingegen Klagenfurt Vorstadt 83 genannt. Als Trauzeugen fungierten diesmal Karl Apolin, Fleischhauer und Mathias Brugger, Hausbesitzer. Das Ehepaar verzog nach Klagenfurt, wo Maria Lattmanig, verw. Felfernig, wiedervereheliche Kowatsch eines von vielen Opfern des Euthanasie Verbrechens wurde.

Zur Zeit entsteht ein Film, der diese Ungeheuerlichkeit und auch das traurige Los von Maria Lattmanig Felfernigg Kowatsch zum Thema hat. Der ORF Abteilung Religion und Ethik nimmt sich dieser Sache an.

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