Weihnacht im Dorf (in Glantaler Mundart)

Februar 23, 2016 um 14:59 | Veröffentlicht in St.Veit | Hinterlasse einen Kommentar
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Wia schean is unsar Kindsein g´wesn! Tuat guat, oft amal hinta denk´n. Werd uns a döge Jahr1) wieda a Kindle g´schenkt wern, a Kindle in da Krippn drin, as liabe Christkindl. So wia´s amol war.

I man halt, i bin noch nit Schualabua g´wesn, da hat sich´s  in unsarn Dörflan begebn – i will´s Euch wohl dazöln, tuabt´s lei a bißl wart´n. Is ja Advent, Advent haßt wartn – wartn und glab´n af was

Groaßes und Scheanes was für uns alle kömmen werd.

Is nit weit weg von St. Veit das Dörfle, sei Nam bleibt geheim, müaßts selber daratn, odar a nit. Warn lei a paar Häusa im Dorf um die Kirchn uma, kleanare und greaßare, scheane und nit so scheane – wohl mehrigst alte Häusa. A Bachle war da, a Straßn und sogar die Bohn.

Es hat an Schmied gebn, an Wagner und  z w a  Wirtshäuser. Das Schloß und es Marhaus steahn wohl noch. Von da Brettersag, von der Müll oder von da Elektrozentrale siegt ma gar nix mehr und a nix mehr von die vieln Leit und Viecher. Ka Kuah- , ka Sau- oder Roßstall mehr –  I möchat gar neama jung sein, wißat völle nit, wo und was spieln, heit noch im Dorf! Mei, wia war es schean amal. So viel Leb´n, so viel Kinder und Deanstleit – und a noch die Roß…..

An guat´n Freind hab i a ghabt sebn. Hane hat ar g´haßn. Roßknecht is ar g´wesn und nöb´an  Roß war a sei Liegastatt. War Mensch und Vieh alls lei a G´ruch´n. A Daham hat da Hane neamma g´habt, trotzdem er amal a echta Bauernbua gwösn is. Ja, sein sebn wohl mehr, da Schuldn halba, um ihr Hamatle kömman. Er ist bald  Soldat warn. Hab ihn nia mehr g´segn. Vielleicht is er mir derwögen so zuageton g´wesn, weil die Muatta das bissl Leibwäsch für ihn g´waschn hat. – Könnt sein. I hab halt oft mit eam, mit Roß und Wagn mit gederft. Im Fruahjahr ban Mistführn oder Bau´n weit abe gegen die Glon. Im Winta um ane Holzbloch aufe ins nachante Bergle. Das war mir gegen Weihnachten zua sogar das Allerliabste. Meist´ns is ja um die Zeit schon wansch Schnea glögn und da Hane is mit´n Schlitt´n g´fahrn. Die Mina, die Stuatn hat im Winta a feins Glöckle getrag´n. Da hat ma donn schon a jeds klane Bamle genauer ong´schaut, ob es nit eppa pass´n tät…… Abar, das war den Vata sei Sach….. Plombierte Weihnachtsbam oda gar gekafte, na das hat es sebn no nit gebraucht. Da Vata hat a wohl g´wißt, wo ma a Christbamle nehman konn, ohne Schadn z´machen. Ja, unsar Vata der hat viel g´wißt, viel vastand´n und da Herr Chef, das war da Schloßherr, dem alles rundum geghört hat, hat derwögn a nia was g´sagt zu sein Sagmasta und Zentralewärta.

Af an Nomittag, drobn im Berg, da hat da Hane g´mant „So, das werd heit wohl die letzte Fuhr sein, muaß dazuaschaun, daß i noch ablad untn ba da Sag, eah daß es finsta werd, und in a paar Tag ist schon Heiliga Abend.“ Ja, mit n Hane war kamod tischgarirn und daß er gar vom Heilign Abend red, hat es mi döchta gfreit und gonz schean neigierig g´macht. Da Hane hat mehr g´wißt davon wia i.

Den Sagmasta sei Frau, unsa Muata, penzt „Wearst nit endle ins Schloß abe geahn um Dein Loahn, sunst daspar i mir es Stadt-Geahn und es Einkafn für die Feierte gonz und gar!“ Endlich geaht er, da Vata. „Hon selba ka Geld, wia soll i Dir ans gebn?“ haßt es kurz und bündig. Seind a echt per Du mitanand gwesn seit se bade im 34er Jahr in Klagenfurt im Tschumpus gsessn sein, wal se die Regierung haben weputschen wolln. Ohne an Tupf Geld kimmb da Vata hinta. Bittar gar bittar war das!

Wia es des liabe Christkindle will, geht bald danach und ganz von selba im Dorf das Elektrische aus. Dauert nit long, und da Chef is höchstpersönli da. Er valongt, daß in da Zentrale lei dei dei was g´schiacht. Da Vata war aber noch a wenig harb und gibt z´ruck „Wonn es schon bei uns das Jahr kane Weihnachten gibt, donn brauchts wo onders a ka Liacht nit“. Da Herr spürt sei Ohnmacht, er muaß a schon was g´sponnt haben, jedenfalls red er auf amal gonz nach der Scheibe und fragt „Wieviel schulde ich dem Herrn….?“ Da Betrag werd ang´sagt und schon londet a rundes Patzl Geld mittn auf´n Kucheltisch.

Glei drauf macht sich die Muata auf´n Weg in die Stadt eine. Is a noch nia davor so schnell wieda hinta gwösn und was sie hambracht hat, das war´n für uns wieda amol so richtige Fröhliche Weihnachten. Seima uma g´sössn uman klan Weihnachtsbam. Hama was Seltsames zan Essn kriagt und alle war ma glückli. Mei Freind, da Hane, da Roßknecht is a eingladn g´wesn. „Sein ja Weihnachten.“ hat die Muata gmant, „Wo hätt er denn sunst hinghean solln?“ Und groch´n hat´s nach Kirznwachs, Weihrauch und Stall, wia eppa sebn in Bethlehem, vielleicht lei a bißl mehr nach Roß als nach Esl?Ja, und noch was, Liacht is a wieder g´wesen, im gonzn Dörfl!

1) Kärntner Phonetik für Anfänger: A =A wia Apfale oder a wia Apfl. Miaßts lei selba probiern und richtig lesn – halt a bißl üb`n!

 

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