Zur Geschichte des Hauses Hauptplatz 10

August 9, 2011 um 17:19 | Veröffentlicht in St.Veit | Hinterlasse einen Kommentar
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Es handelt sich hier um ein sehr altes Haus an ganz prominenter Stelle des Platzes. Wilhelm Deuer  (Ö. Städteatlas 2006) erblickt darin in Analogie zu alten Plätzen in Klagenfurt und Völkermarkt das ehemalige Stadthaus der Herzöge (44). Dazu passend wäre zu nennen, ein kürzlich wieder aufgefundener „Römerstein“  (CIL III 11.594) ursprünglich im Hause 10 gefunden und hinsichtlich seiner außergewöhnlichen Beschaffenheit und Zurichtung  noch längst nicht  gründlich erforscht und erklärt. Doch begeben wir uns lieber in bekanntere Gefilde und Zeiten!

Das Grundbuch der Kammerstadt St. Veit von ca. 1743ff nennt noch F. X. Miller, den bürgerlichen Kaffeesieder als Eigentümer des Hauses und dass auf dem Anwesen das Kaffeesieder-Recht ruht. Weil es damals noch kein Vermessungsamt und keine Parzellengrenzen gab, bedurfte es einer verbalen „Grenzbeschreibung“ wonach das Gebäude „gegen West an den Oberen Platz, gegen Nord an die Gasse zum Obermühlbacher Tor, gegen Osten an das Stadtbachel, gegen Süden an die Hauptgasse zum Oberen Platz“ angrenzt. Das ist insofern bedeutsam, als daraus hervorgeht dass die Enge zwischen Sparkasse und Geiger-Haus nicht begehbar war. Der dort aufgestellte Stein mit der Jahreszahl 1813 sollte wohl – nachdem der Bach kanalisiert war – jegliche Durchfahrt aus Sicherheitsgründen unmöglich machen. Miller war übrigens ein gelernter Koch, 1742 in Millstatt geboren und seit 1775 als Bürger in St. Veit aufgenommen. Es wird danach noch lange als „Millersches Haus“ bezeichnet, obwohl schon 1816 ein gewisser Michael Stifler, mit Kaffee- Likör- Wein-  und Branntweinausschank als Eigentümer aufscheint. Bis 1841 bleiben noch Familienmitglieder am Haus, dann folgen drei verschiedene, nicht mehr verwandte Familiennamen nach einander, ehe 1893 der legendäre Friedrich Knaus das Haus kauft. Als anerkannter Kunst- und Geschichtsfreund dürfte er es gewesen sein, der dem Cafe den Namen „Carinthia Cafe“ gab. Daraus wurde schließlich das „Carinthia-Haus“. Ob es dafür einen konkreten Anlass gab, ist nicht überliefert. Noch im gleichen Jahr erhielt Knaus vom Magistrat die Baubewilligung „aus einem bisherigen Vorraum Zimmer und Küche zu machen. Seine Söhne Hans, der Cafetier und Richard, der  Maler erbten je zur Hälfte. 1956 kommt es zu einem Tausch. Die Stadtsparkasse übergibt ihr altes Sparkassengebäude am Graben und übersiedelt dafür direkt auf den Hauptplatz. In den Jahren 1959, 1967 und 1981 kommt es immer wieder zu größeren Eingriffen durch Umbauten von Kassenhalle und Obergeschossen. Inzwischen ist durch Fusion die große Kärntner Sparkasse Herrin an dieser Adresse und die 1873 gegründete Sparkasse der Stadt St. Veit Vergangenheit. Weil jedoch die Kärntner Sparkasse schon 1835 gegründet worden ist, begeht man jetzt das 175-Jahr-Jubiläum.

Für die Leser des „Stadtführers“ ist dieses schöne Jubiläum ein besonderer Glücksfall! Um den Leibspruch des alten Kaisers zu strapazieren, könnte man ausrufen „Viribus unitis“! Die Sparkasse, der ebenfalls jubilierende Goldhauben Frauenverein, das „Zentrum“ und der Autor haben sich zu einem gemeinsamen Werk gefunden. Dieses besteht darin, dass alle bisher erschienen Aufsätze zur Stadtgeschichte in gesammelter Form erscheinen können. Am Weltspartag, dieser fällt heuer auf Freitag den 29. Oktober, werden diese Sammelhefte – so lange der Vorrat reicht – an geneigte und interessierte Leser  g r a t i s  abgegeben werden. Wo? Kärntner Sparkasse am Hauptplatz10, Kaffee-Ecke im Parterre. Damit hoffe ich, einem oft geäußerten Wunsche zu entsprechen und auch jene Freunde der Stadtgeschichte zu erreichen, die Gratiszeitungen – wie Zentrum Kärnten – nicht im Postkasten finden, weil sie alle Art Werbung abbestellt haben.               X/2010

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